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P. spec. Langgam mit genetischen Defekten?

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(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 21 Jahren
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Ein Parofreund aus Würzburg hat mir folgendes geschrieben: "Ich habe auf der Herbsttagung von Lothar Hermann 2 schöne Pärchen P. spec. Langgam bekommen, die sich auch fleißig vermehrt haben (Habe mich im wesentlichen an Ihr Paro-Rezept aus dem Makropoden gehalten). Ich hatte vor, die Jungfische im Forum anzubieten, wollte aber vorher noch um Ihren Rat bitten. Einige der Tiere weichen im Moment ein bisschen von der "Idealgestalt" der Prachtguramis ab: z.B. ist der helle Seitenstreifen bei manchen ziemlich schmal, wodurch die Tiere dunkler wirken, insgesamt sind diese auch kompakter und dadurch nicht so "elegant" wie ihre Eltern. Meine Frage hierzu: Könnte es sein, dass sich solche Abweichungen wieder verwachsen (die größten Jungfische sind im Moment ca. 2,5 cm groß), oder sind das Anzeichen von inzuchtbedingter Degeneration? Da ich davon ausgehe, dass die Elterntiere Geschwister sind, wäre das ja naheliegend. Außerdem hat eines der Weibchen, die ich von Herrn Hermann bekommen habe, bereits eine verkrümmte Wirbelsäule. Dies fiel zunächst nicht groß auf (sie hat auch ganz normal abgelaicht), wurde aber immer deutlicher. Ihre Jungen machen insgesamt einen recht fitten Eindruck aber man weiß ja nicht ob evtl. Schäden erst später sichtbar werden.
Würden Sie sagen, ich kann Jungfische, die offensichtlich fit sind, aber leicht von der Idealform abweichen bedenkenlos weitergeben oder sollte ich eher nur besonders schöne Exemplare auswählen?
Noch unsicherer bin ich mir bei den Nachkommen des Weibchens mit der krummen Wirbelsäule: Müsste ich diese Fische selbst behalten (nicht zur Zucht) oder komplett zum verfüttern verschenken, auch wenn sie (noch) super aussehen, da sie ja auch Träger dieses Defektes sein können und ich davon ausgehen muss, dass jemand aus der Igl die Tiere ebenfalls zur Zucht ansetzt?
Entschuldigen Sie bitte die lange email, aber ich möchte einfach nicht, dass ich als Anfänger Tiere weitergebe, die zum einen den Leuten keine Freude machen und zum andern auf diese Weise Gen-Defekte in andere Zuchtlinien verschleppt werden. (...)

PS: Ich hatte daran gedacht die Tiere für Selbstabholer anzubieten, da ich (...) höchstwahrscheinlich leider nicht nach Altena kommen kann. Oder ich könnte einen Schwung Fische auf einem Autobahnparkplatz an der A3 an jemand übergeben, der aus dem Süden kommt und nach Altena fährt."

Ich habe folgendermaßen geantwortet: Was Sie schreiben, ist schon eine ernste Sache. Sie können davon ausgehen, dass es bisher nur einen einzigen privaten Import weniger Tiere dieser Form gegeben hat, im Jahre 2008. Ihre Fische sind also vermutlich mindestens die dritte oder vierte Generation. Es kann sich durchaus um einen genetischen Defekt handeln, und wenn einige Ihrer Jungfische dies auch zeigen, ist dies sogar wahrscheinlich. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass unauffällige, normal aussehende Tiere diesen Defekt in sich tragen. Ich selbst habe dies bei Langgam noch nicht erlebt, wohl bei anderen Paros.

Sie sollten deshalb vorsichtig sein mit der Weitergabe. Suchen Sie am besten nur absolut einwandfrei aussehende Tiere aus, vor allem aber: Züchten Sie selbst nur mit solchen Tieren weiter. Dennoch sollten Sie Tiere weitergeben, aus folgendem Grund:

Das Dilemma ist groß, denn der verfügbare Bestand dieser schönen Form schrumpft schon wieder zusammen. Es wäre deshalb sehr wichtig, dass Sie weiterzüchten, vielleicht auch, unter Einbeziehung eines Männchens oder Weibchens aus einem anderen Kleinbestand. Manchmal verschwindet der Defekt genauso plötzlich, wie er aufgetreten ist.

Das Thema ist so wichtig, dass ich daraus einen thread im Paro-Forum der IGL machen werde. (...) Lassen Sie sich nicht entmutigen! Es ist schon sehr gut, dass Ihnen die Vermehrung gut gelungen ist. Besorgen Sie sich noch einen andere Art, damit Sie sich nicht ständig über etwas ärgern müssen, für das Sie nichts können!"

Soviel zu diesem aktuellen Fall. Vielleicht könnten hier andere von ähnlichen Erfahrungen berichten und wir können zusqammentragen, wie man sich am besten verhält.

Peter Finke, Bielefeld


   
Zitat
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 693
 

dass es sich um einen Aufzuchtfehler handelt. Dass die Tiere dunkel sind muss allein nichts bedeuten und kann milieubedingt sein.

Zum Thema der Aufrichtigkeit und dem gleichzeitigen Abgabewillen:
Grundsätzlich sollte der Züchter die "guten" Tiere für sich behalten und damit weiterzüchten (3 Paare z. B.). Den Rest würde ich in größerer Gruppe abgeben. D. h. z. B. 5-7 Stück für den üblichen Paarpreis. Die Tiere müssen natürlich gut stehen, nicht verkrüppelt sein und man muss dem Käufer reinen Wein einschenken. Jetzt kommt es natürlich drauf an, ob er 10 oder 100 Jungfische hat.
Da das ganze zu theoretisch ist: Kann er mal ein Bild liefern. Von mir aus auch per Email an mich.

Martin Hallmann


   
AntwortZitat
hallo
(@hallo)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 343
 

Hallo,
ich habe zwar aus Zeitgründen lange nichtsmehr geschrieben, möchte aber zu diesem Thema sagen, dass ich auf der Tagung in Riesa Tiere von Lothar bekommen habe. Diese machen sich sehr gut und die Jungen sehen genauso aus wie der Eltern, wobei ich hauptsächlich Mänchen habe (was nichts zu sagen hat, sondern sicher an den Verhältnissen liegt) und so nur diese vergleichen kann.

Allerdings habe ich vor etwas über 2 Jahren P.linkei bekommen, ein Weibchen hatte eine leichte Verkrümmung, doch ich dachte mir nichts dabei. Die Jungen (auch die dier äußerlich gesunden) waren zunächst normal, zeigten aber nach etwa einem Jahr ebenfalls diese Verkrümmung und starben kurz darauf. Diese Fische züchtete ich nicht weiter und habe nun nurnoch ein Weibchen, was ich "im Exil" weiter in meinem schaubecken belassen möchte.
Was ich damit sagen möchte ist, dass ich diese eindeutig deformierten Tiere nicht erhalten habe oder werde.

Mit freundlichen Grüßen,
Bennie

Gruß Bennie

Ich liebe Tiere :)

IGL: 207


   
AntwortZitat
(@martin-ef)
New Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 2
 

Hallo zusammen,

da ich derjenige bin, der Peter Finke obige Email geschrieben hat, möchte ich nun auch persönlich etwas zu diesem Thema sagen.
Die Nachkommen des krummen Weibchens werde ich behalten und schauen wie sie sich weiterentwickeln, da bei einzelnen Jungfischen bereits ähnliche Symptome wie bei dem Muttertier aufgetreten sind: Die Fische schwimmen mit abgesenkter Schwanzflosse und scheinen sich immer irgendwo aufstützen zu müssen, so als hätten sie keine funktionierende Schwimmblase (-> ähnlich Grundeln etc.). Das ganze tritt plötzlich ab einer gewissen Größe oder einem gewissen Alter auf.

Die Nachkommen des anderen (gesunden) Pärchens sehen dagegen normal aus und stehen gut. Abweichungen in der Breite der Seitenstreifen, wie ich in der Email geschrieben habe, scheinen alters-, milieu- und stimmungsabhängig zu sein, da die Streifung wohl auch mit der Tageszeit und der Lichtintensität schwankt. Ein Teil der Männchen ist bereits geschlechtsreif und zeigt beim Balzen normale Prachtfärbung. Wie Bennie habe ich hier auch einen Männchenüberschuss.

Ich habe die Tage mal ein Paar Bilder von den Fischen geknipst. Eines ist ein Männchen, das versucht sich in dem dicht bevölkerten 50cm-Becken eine Höhle zu erkämpfen, das andere ein balzendes Paar, das ich in ein Standard-12l gesetzt habe.

http://img717.imageshack.us/g/dsc07704parosphromenuss.jpg/

Wie gesagt, die Tiere sind z.T. schon geschlechtsreif (aber noch nicht ganz ausgewachsen), weshalb es bei mir langsam eng wird und ich noch einige Pärchen oder auch gern Jungfischgruppen abgeben möchte.
Bei Interesse PN an mich.

Gruß

Martin Fischer, Würzburg


   
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