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Prachtguramis für Einsteiger

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schlappi2
(@schlappi2)
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Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 11
Themenstarter  

Liebe Forenteilnehmer,
auch ich überlege in nächster Zukunft Paros zu halten, zumal ich im neuen Jahr etwas mehr Zeit habe. Die entsprechenden Artikel habe ich gelesen und muss feststellen, dass die Hürden für eine erfolgreiche Haltung dieser Fischgruppe hoch sind. Besonders die Beschaffung von Lebendfutter dürfte nicht einfach sein.
Wenn ich mich für die Haltung von Paros entscheide, muss die Haltung bzw. Zucht gelingen. Ausfälle darf man sich bei dieser Fischgruppe nicht leisten.

Mit welcher Paroart (häufig vorhanden )sollte man beginnen?
Wenn man Erfolge und Freude an der Aufzucht dieser Tiere hat, möchte man zur Arterhaltung und zur Ausweitung des Bestandes beitragen. Zu welchen Arten würdet ihr dann raten?

Viele Grüße
schlappi2


Zitat
mg-a
 mg-a
(@mg-a)
Active Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 12
 

Hallo "schlappi2"

(...)Besonders die Beschaffung von Lebendfutter dürfte nicht einfach sein.(...)
Mit welcher Paroart (häufig vorhanden )sollte man beginnen?
Wenn man Erfolge und Freude an der Aufzucht dieser Tiere hat, möchte man zur Arterhaltung und zur Ausweitung des Bestandes beitragen. Zu welchen Arten würdet ihr dann raten?

Genau vor diesen Problemen stehe ich auch. Lebendfutter kann ich kaufen, wie es mit tümpeln in meiner Umgebung aussieht weiß ich nicht. Anfängergeeignete Arten sind das nächste.

Gruß

marc

Gruß aus'm Pott.

salzig-süss.net


AntwortZitat
K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo, Ihr zwei,

zum Lebendfutterproblem:

Artemiakultur dürfte bekannt sein.
Microansätze kann man bei verschiedenen Händlern im Internet kaufen, die Zucht ist denkbar einfach.
Moina (japanische Wasserflöhe) lassen sich auch züchten, Ansätze gibt es ebenfalls über das www. Die Zucht ist allerdings nicht ganz trivial und mit mehr Arbeit verbunden.
Von Frühjahr bis Herbst legen Mücken gerne ihre Eischiffchen in draußen aufgestellte Kleingefäße, die mit Waser und einigen gammeligen Grashalmen gefüllt sind. Diese Schiffchen kann man mit dem Finger ernten (Finger darunter, anheben, in Gefäß mit Wasser wieder schwimmen lassen) und daraus schlüpfen winzigste schwarze Mückenlarven. Diese lassen sich aufziehen bis zur gewünschten Größe mit Pantoffeltierchen (Kultur setze ich als bekannt voraus) und Hefe (oder einfach die Schiffchen im Gefäß draußen lassen). Geeignete Gefäße lassen sich durchaus außen auf dem Fensterbrett befestigen.
Oft sind die übelsten fischfreien Stadtteiche tolle Lebendfutterquellen, so habe ich in meiner Studienzeit aus einem flachen, aber großen Betonbassin neben der Unibibliothek in den kühlen, aber frostfreien Jahreszeiten Unmengen von Wasserflöhen gekeschert und in einer kleinen Thermosflasche mit dem Zug eine Stunde nach Hause transportiert. Bitte aber beachten: Fischnährtiere unterliegen dem Fischereirecht und man benötigt ggf. eine Genehmigung zum Tümpeln.
Wasserbehälter unter den Wasserhähnen auf Friedhöfen sind oft reich an schwarzen und roten Mückenlarven, ebenso als Tiertränken vewendete Badewannen, wenn gerade keine Tiere auf der Weide stehen und deshalb das Wasser länger nicht gewechselt wurde.
Inweiweit sich der Nachwuchs der beliebten Süßwasserzwergarnelen der Gattung Neocaridina usw. als Lebendfutter für erwachsene Paros eignet, weiß ich nicht.

Gruß, Klaus


AntwortZitat
emha
 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 693
 

Will man Paros halten (oder sogar vermehren) muss man bereit sein dauernd Lebendfutter zu liefern. Dauernd heißt zumindest etwa alle 2 Tage (bei Jungfischaufzucht besser täglich).

Artemia ist die naheliegende, und zunächst für den Einstieg ausreichende Methode und sie bildet den Grundstock der Lebendfutterernährung. Man muss hierzu bereit sein in eine Dose Artemia (40€) und eine Luftpumpe (20€) zu investieren. Flaschen und Wasser, Salz kosten so gut wie nichts.

Moina bekommt man, wenn man Anschluss zur IGL oder anderen Vereinen gefunden hat i. d. R. für etwa 3-5 € / Ansatz. Wer das nicht will, muss über Internet versuchen. Wie man sie züchtet, habe ich im Makropoden beschrieben. Peter Finke hat das Rezept noch ergänzt und verfeinert (hier irgendwo nachzulesen). Moina ist ein phantastisches Futter für alle Größen von Paros.

Lebendfutter erfordert Beweglichkeit, Einsatzwille, ein Netz, einen Eimer und die Bereitschaft nasse Füße zu riskieren. Am meisten Spass macht das zu mehreren (schafft auch Anschluss zu anderen "Verrückten", man bekommt solchen Kontakt am besten über die Aquarienvereine).
Die eingetütete Lebendfutter-Qualität zu Apothekerpreisen ist eine Notlösung, zu teuer und m. E. nicht dazu geeignet lange Freude an Paros zu haben. Bestenfalls weiße Mückenlarven und Artemia in nicht abgestorbener oder gar verschimmelter Qualität sind mit etwas Glück (oft schon zu groß) verwendbar. Rote Mückenlarven, Tubifex (potentiell vergiftet) und Daphnien (schauen sie oft nicht mit dem A..... an) füttert man nicht an Paros.

Micro und Grindal ist gut aber nur als Ergänzung.

Martin Hallmann


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Die für Paros immer wieder zur Recht empfohlenen "Japanischen Wasserflöhe" Moina macrocarpa (die sowenig japanisch sind wie die Rose von Jericho aus Jericho oder die "Roten von Rio" aus Rio) sind schwer zu bekommen. In Zoogeschäften meiner Erfahrung nach fast nie. Man kann sich aber zum Beispiel von folgender Adresse einen Ansatz mit der Post schicken lassen:

bestellung@moinashop.de

Der Versender, Herr Tobias Brummund, liefert gute Qualität; ich habe es ausprobiert. Es ist auch eine Zuchtanleitung dabei, die allerdings nicht sehr hilfreich ist. Wer will, kann zuerst in seine Internetseite schauen:

http://www.moinashop.de

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
schlappi2
(@schlappi2)
Active Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 11
Themenstarter  

Hallo,
ganz herzlichen Dank für Euere Antworten. Sie haben mir erheblich weiter geholfen.
Ein Artemiazuchtgerät - aquabreed 1000 - steht mir bereits zur Verfügung, so dass ich mir einen kleinen Grundstock an Futter schaffen könnte. Auch eine kleine Ringleitung für die Luftversorgung ist schon in Arbeit.
Micro und Grindal möchte ich gerne auf Schaumstoff ziehen. Leider habe ich bis heute noch nicht den passenden Schaumstoff gefunden.
Wenn ich dann im Februar mehr Zeit habe, möchte ich gerne einen erfahrenen Parozüchter aufsuchen und mir die Aquarien einmal näher anschauen, um meine Aquarien nach seinem Vorbild zu gestalten. So denke ich vermeidet man Anfängerfehler und setzt die Fische keinem Risiko aus.

Viele Grüße
Hubertus Schlamann


AntwortZitat
K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo Hubertus,

Micro möchte ich gerne auf Schaumstoff ziehen. Leider habe ich bis heute noch nicht den passenden Schaumstoff gefunden.

Warum auf Schaumstoff:
Die billigsten Haferflocken mit Wasser zu einem nicht zu dicken Brei anrühren und mit dem Ansatz vermischen, etwa zwei Zentimeter hoch in eine transparente Tiefkühldose von z. B. 12 cm x 12 cm Größe bei 8 cm Höhe einfüllen. Vorsichtig mit 1 bis 2 mm Leitungswasser überschichten und mit Deckel gut verschließen. Der Deckel sollte eine 10-mm-Bohrung aufweisen, die mit einem dicken Schaumstoffpfropfen verschlossen wird. Andere Belüftungsarten können zum Befall mit Pilzmücken führen, zu viel Luft verhindert, dass die Würmer an den Schalenrändern hochkriechen.
Raumtemperatur und ein nicht zu heller Ort sind richtig.

Wenn Würmer hochkriechen, kann man diese verfüttern, zur Ernte kann man einen nassen Pinsel oder einen nassen Finger verwenden. Mittels Artemiasieb wäre eine weiter Reinigung möglich, aber meist unnötig. Nach der Ernte rührt man die oberflächlich gelbliche Masse vorsichtig um, bis sie wieder weiß erscheint. Dann spült man mit wenig Wasser (idealerweise aus einer Spritzflasche) den Rand sauber, dadurch erhält man wieder den dünnen Wasserfilm auf der Masse. Ist der Bei zu dünn oder wird nicht mehr weiß, rührt man (vor der Reinigung des Randes) eine kleine Menge Haferflocken ein.

Wird das Gefäß zu voll, verteilt man den Inhalt auf zwei Gefäße und verfährt weiter wie oben. Man kann soche Ansätze auch in einer Tiefkühltüte geben, diese verschließen und monatelang im Kühlschrank verwahren, das hat mich kürzlich gerettet, als ich einen Milbenbefall feststellte. Beuten mit solchen Überschüssen und einem entsprechenden Etikett werden auch von manchen Zooläden dankbar genommen und mit dem Einkauf verrechnet.

Gruß, Klaus


AntwortZitat
Anke
 Anke
(@anke)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 17 Jahren
Beiträge: 538
 

Hallo,

Warum auf Schaumstoff:

genau :D

ich halte und vermehre meine Grindal auf Seramis, das klappt wunderbar,
ist einfach zu versorgen, mit Haferflocken gefüttert immer verfügbar.

Falls Du einen Ansatz brauchst melde Dich einfach.

grüssle
Anke

Nicht braun oder beige..das heisst champagnerfarben


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mg-a
 mg-a
(@mg-a)
Active Member
Beigetreten: Vor 15 Jahren
Beiträge: 12
 

Hallo

Auch ich bedanke mich für eure Antworten.

Wenn ich dann im Februar mehr Zeit habe, möchte ich gerne einen erfahrenen Parozüchter aufsuchen und mir die Aquarien einmal näher anschauen, um meine Aquarien nach seinem Vorbild zu gestalten. So denke ich vermeidet man Anfängerfehler und setzt die Fische keinem Risiko aus.

Ja, Becken würden mich auch interessieren um einen Anhaltspunkt zu haben, wie die Becken eingereichtet sein sollten. Schattig und Versteckmöglichkeiten habe ich schon gelesen.

Und danke Klaus für deine Anleitung. Habe die Zucht auch schon auf Schaumstoff bzw einem Küchenschwamm versucht. Gelang mir aber nicht auch wenn es nach der Anleitung geschah, die ich von der Person hatte, die mir einen Ansatz zukommen lies.

marc

Gruß aus'm Pott.

salzig-süss.net


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Es wird immer wieder nach der richtigen Methode der Moinazucht gefragt. Neben den Anleitungen zur Moina-Zucht, die Martin Hallmann und ich geschrieben haben, hier noch eine weitere, recht ausführliche, die ich irgendwo im Netz gefunden habe. Leider kann ich nicht mehr sagen, wer der Autor ist.

Zuvor noch ein, zwei grundsätzliche Dinge: Ich würde immer kleinere Schalen mit einem Wasserstand von anfangs nur 5 cm, später nie über 10 Zentimeter den Eimern mit höherem Wasserstand vorziehen. Zweitens hat sich bei mir die tägliche Fütterung mit einem erbsen- bis bohnengroßen Klümpchen frischer Bäckerhefe (verrührt in Wasser) sehr bewährt. Ich finde sie viel geeigneter als Trockenhefe (leider, denn man muß sie kühl halten).

So hier die versprochene Anleitung:

ZUCHTANLEITUNG FÜR DEN JAPANISCHEN WASSERFLOH (MOINA MACROCARPA)

Im Gegenteil zum einheimischen Wasserfloh, sind die Moinas wesentlich leichter daheim zu pflegen und zu vermehren . Sie sind relativ temperaturunempfindlich, vertragen Werte bis dreissig Grad, mit einem Optimum um 25 C°.
Da Moinas bedeutend kleiner sind als die anderen Wasserfloharten (1-2 mm), eignen sie sich besonders gut zur Aufzucht junger und kleiner Fische und sind somit ein guter Artemia salina Ersatz. Fische, die regelmäßig mit Moina gefüttert werden neigen nicht so sehr zum "dicklich werden", wie das bei einer einseitigen Fütterung mit Artemia der Fall ist. Dies ist vor allem ein Problem kleiner Zwergfische, die nicht mit den üblichen Trockenfuttermitteln ernährt werden können. Im Gegensatz zum deutschen Wasserfloh werden Moina immerr gerne gefressen. Man kann auch auf Vorrat füttern, den die Flöhe halten sich problemlos im Aquarium, selbst bei pH-Werten knapp über 4.
Anders als die Daphnia bewegt sich der jap. Wasserfloh horizontal statt vertikal im Wasser umher.

DIE ZUCHT
Die Aufzucht erfolgt in flachen (!) Eimern oder Schalen, z.B. Eimer von Aquariendüngeboden, oder entsprechenden Haushaltsdosen mit ca. drei bis vier Litern Volumen (Anmerkung PF: Ich würde mit viel geringerem Volumen anfangen, ein Liter zum Beispiel).
Man sollte immer mehrere Ansätze parallel pflegen, damit man genügend Ausbeute und bei Absterben durch Überfütterung noch Reserven hat. Bei den Behältern kommt es auf eine große Oberfläche bei einem Wasserstand von max. 15 cm an. In zu großen Gefäßen "verlaufen" sich die Populationen.
Gefüttert wird mit Trockenhefe, Liquyfry I, Preis Microplan oder Ähnlichem. Hier gilt lieber öfter wenig wie einmal zuviel. (PF: siehe oben: verrührte frische Bäckerhefe ist sehr gut).
Es gibt immer mal Zeiten mit fantastischer Vermehrung und Zeiten minimaler Vermehrung.
Ein Absterben einer Kultur liegt meist am Sauerstoffdefizit dem die Flöhe ausgesetzt werden. Dies kann durch mehrer Faktoren verursacht werden. Fast immer ist dies aber auf eine Überfütterung der Flöhe und somit auf eine explosionsartige Vermehrung von Bakterien zurückzuführen. Diese verbrauchen wiederum den ganzen Sauerstoff im Gefäß und die Flöhe sterben sehr schnell ab. Desweiteren führt eine Überhitzung des Zuchtwassers ebenso zu Sauerstoffmangel. Deshalb ist von einer Haltung der Moinas bei über 30 Grad dringend abzuraten. (PF: Aber die Moinavermehrung funktioniert am besten bei einem schwachen Sauerstoffdefizit! in sehr sauerstoffreichem Wasser geht es nicht!)

Zum Licht
Ohne Licht ist die Zucht nicht sehr ergiebig. Ich halte meine Gefäße entweder auf der Fensterbank oder habe eine kleine Neonröhre darüber gehängt.

ZUR TEMPERATUR
Moinas vertragen Temperaturen von 0-30 Grad. Die höchste Zuchtausbeute erlangte ich jedoch immer bei 28 Grad. Nach meinen Erfahrungen bewirken Temperaturen unter 15 Grad ein enormes Einbremsen der Vermehrung und somit eine geringe Ausbeute. Im Winter halte ich die Flöhe auf der Heizung, was problemlos möglich ist. Hier muß auf die Verdunstung achtgegeben werden.

Zum Futter
Die jap. Wasserflöhe filtrieren ihr Futter stets aus dem Wasser. Sie ernähren sich von Bakterien und Schwebeteilchen und Algen. Das bedeutet zum einen, dass alles, was eine Bakterienvermehrung auslöst, sich als Futter eignet.
Zum einen ist dies die Fütterung mit Preis-Microplan. Dieses Futter ist eine fertige Mischung incl. Vitamine. Es eignet sich gerade am Anfang einer Kultur zum schnelleren Vermehren. Es befindet sich in einer Tube und kann dem Zuchtansatz in gezielter Tropfenform zugegeben werden.
Das Füttern von Hefe ist von allen die beste und kostengünstigste Methode. Die (vorzugsweise) Trockenhefe wird auf das Wasser aufgestreut. (PF: hierzu habe ich oben etwas gesagt). Nach wenigen Minuten sammeln sich in einem gut gehenden Ansatz wahre Trauben von Moina an der Oberfläche. Diese schöpft man mit einer kleinen Tasse ab und gießt sie durch ein Artemia- oder Tümpelfuttersieb mittlerer Maschenweite. Dabei fallen die ganz kleine Flöhe zurück in ihren Zuchtbehälter und das Wasser wird aufgewirbelt, wodurch sich die Hefe weiter verteilt und die Wasserbewegung auch in geringem Maß Sauerstoff einbringt. Das Wasser ist nach dem Füttern leicht trüb, der aufgewirbelte Mulm setzt sich bis zur nächsten Entnahme wieder ab. Eine leichte Trübung soll / muß (im Gegensatz zu Daphnia sp.) auch noch nach einem Tag sichtbar bestehen, d.h. die Moina müssen ständig im Futter "stehen". (PF: Dies ist völlig richtig. Im Gegensatz zu Daphnien müssen Moina ständig in trübem Wasser schwimmen. Jede Durchlüftung ist fehl am Platze!).
Die Geschwindigkeit der einsetzenden Klärung durch die Moinas hängt natürlich von deren Anzahl ab. Ich persönlich füttere bei einer gut laufenden Zucht 2 mal täglich. Diese Menge hat sich bei mir als optimal erwiesen.

Zur Haltung und Pflege
Die Zucht läuft optimal, wenn sich die Flöhe die meiste Zeit an der Wasseroberfläche aufhalten und somit ein Sauerstoffdefizit anzeigen. Dieser Sauerstoffmangel ist für eine Massenzucht von Moina aber notwendig. (PF: Genau, s.o.)
Am wichtigsten ist an dieser Stelle zu nennen ,dass die Moinas kein Frischwasser vertragen und meist sofort absterben. Deshalb ist es wichtig nur abgestandenes Wasser zu nutzen. Am besten wäre Aquarienwasser. Ein Wasserwechsel in den Behältern ist meist erst nach vielen Wochen notwendig. Ich reinige die Behälter wenn sich zuviel Mulm angesammelt hat. Dabei tausche ich nie alles Wasser auf einmal. In "dreckigem" orangebraunem Wasser können sich gigantische Zuchten abspielen! Nur bei starker Geruchsentwicklung muß man schon mal korrigierend eingreifen. Im allgemeinen riechen die Kulturen nicht.
Die Behälter sollten nicht zu sehr geschrubbt werden, weil dann der Ansatz wieder länger braucht um zu seiner alten Stärke zurückzufinden. Wichtig ist das sie nach dem Neuansatz oder nach der Reinigung die Moinas sofort wieder leicht anfüttern und somit für ein trübes Milieu sorgen .
Um die Moinas zum Wasserwechsel aus dem Behälter zu entfernen, haben sich bei mir Artemia Siebe äußerst bewert. Da es diese auch noch in verschiedenen Größen gibt, ist ein Aussieben der einzelnen Flohgrößen kein Problem mehr.
Eine Heizung ist eigentlich nicht erforderlich ,es sei denn sie haben keinen Raum mit ausreichender Zuchttemperatur(ca. 25 C°) und benötigen aber eine hohe Ausbeute.
Im allgemeinen sind die Aufzuchtbehälter dekorationsfrei. Einige Züchter haben auch sehr gute Erfahrungen mit wenigen Stengeln Hornkraut. Die Wasserqualität bleibt hier länger stabil. Dafür hängen einem die Stengel regelmäßig in der Entnahmetasse. Ein paar Algen werden sich immer nach kurzer Zeit an den Seitenwänden bilden. Diese sind nicht schlimm (PF. Im Gegenteil!) und dienen den Flöhen auch als Nahrung.
Abschließend ist zum japanischen Wasserfloh zu sagen ,dass er durch seine geringen Ansprüche an die Wasserqualität und die Toleranz gegenüber hohen Temperaturen zu einem idealen Lebendfuttertier in der Aquaristik gehört. Er wird immer gerne gefressen, hat tolle Vermehrungsraten und ist auch geeignet schwache und ausgemergelte Zwergfische wieder auf "Figur" zu bringen.

PF: eine sehr gute Anleitung, die einige der Besonderheiten der Moinazucht, im Gegensatz zu Daphnienzuchten, gut herausbringt!.

Peter Finke, Bielefeld


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Peter Finke
(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Mit welcher Paroart (häufig vorhanden )sollte man beginnen?

Die Frage wird häufig gestellt. Meine Standardantwort lautet dann: mit der, die Du zurzeit in guter Kondition bekommen kannst. Kapriziert Euch nicht auf eine Art, die es unbedingt sein soll. Alle Paroarten sind schön und interessant.

Die Gattung Parosphromenus ist ziemlich homogen; nur die beiden schlanken Arten parvulus und ornaticauda weichen in manchem etwas von dem Rest der Gattung ab. Mit ihnen sollte man nicht gerade beginnen. (Bei parvulus gibt es dazu auch keine Chance, denn die Art ist zurzeit nicht erhältlich. Und ornaticauda ist zwar schön, aber stellt oft auch Parospezialisten auf eine harte Probe).

Es gibt einige Arten, die sich besonders als anpassungsfähig und "gutmütig" erwiesen haben. Ich würde vor allem linkei nennen, aber auch quindecim und paludicola. Dennoch: Auch die übrigen Arten sind nicht wirklich schwieriger. Manche machen zeitweise seltsame Probleme; wir hatten das mit filamentosus und zuletzt mit tweediei, aber tweediei ist ebenfalls zurzeit nicht bei uns vorhanden und filamentosus vermehrt sich bei denen, die ihn haben, wieder gut.

Also: Paros haben auch heute noch Seltenheitswert. In den Zoohandlungen schwimmen sie fast nie, und wenn, dann oft in bedauernswertem Zustand. Beginnt also mit denen, die Ihr in gutem Zustand vorfindet. Ich denke, das ist ein Rat, der sich in der Praxis bewährt hat.

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Beginnt also mit denen, die Ihr in gutem Zustand vorfindet. Ich denke, das ist ein Rat, der sich in der Praxis bewährt hat.

Die Frage ist natürlich: Wo gibt es zurzeit Paros? Hierauf gibt es drei Antworten:
1. Bei jeder IGL-Tagung findet eine Fischbörse statt und dort werden immer Paros in mehreren Arten von ihren Züchtern in guter Qualität angeboten. Die nächste IGL-Tagung ist im Frühjahr 2008 in Zwolle (Holland), die übernächste im Herbst 2008 in Deggendorf (Bayern).
2. Vielleicht wohnt der nächste Paro-Züchter nicht sehr weit entfernt. Ich gebe gern Auskunft, wenn Ihr mich anschreibt. Natürlich sind auch bei ihm nicht "auf Kommando" Tiere zu erwerben, aber in absehbarer Zeit meistens schon.
3. Auch im Zoohandel werden immer wieder mal Paros angeboten. Sie sind für die Händler kein Geschäft, denn sie gehen in ihren Verkaufsbecken regelrecht unter. Aber immer wieder mal tauchen sie trotzdem auf.

Ich habe soeben genau für diese Fälle einen eigenen Postkorb "Wo tauchen Paros im Zoohandel auf?" eingerichtet. Jeder, der irgendwo im Handel Paros entdeckt, möge dort sofort eine Nachricht einstellen; vielleicht hilft er jemandem damit. Manchmal sind diese Fische nicht in gutem Zustand, aber es gibt auch die positiven Fälle. Je schneller man sie aus den Händlerbecken herauskauft, desto besser.

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Ich bin davon überzeugt: Es gibt noch viel mehr Paro-Einsteiger, oder besser gesagt: Aquarianer, die gern mal Paros hätten, weil sie hier in den Paro-Forumsseiten geschmökert haben oder aus einem anderen Grund.
Ihnen kann geholfen werden, aber sie müssen sich o u t e n !

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
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