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(@peter-finke)
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Alles, was Parosphromenus betrifft, aber nicht so recht in die anderen Rubriken hineinpasst, kann hier untergebracht werden. Mir z.B. fällt es immer noch schwer zu akzeptieren, dass es "Parosphromenus" heißt und nicht "Parosphronemus", wie es eigentlich richtig wäre. Aber es ist nun mal eine geltende Nomenklaturregel, dass auch Gattungs- oder Artnamen, die auf Schreibfehlern beruhen, welche in Erstbeschreibungen versehentlich passieren, so gültig sind, wie sie geschrieben werden und darum in der eigentlich fehlerhaften Form fortgeführt werden müssen.
Na ja. Vielleicht haben andere damit weniger Probleme als jemand, der viel mit Sprache zu tun hat!

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
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Themenstarter  

Wie man unter "Information III: Bezugsquellen" nachlesen kann, bietet unsere holländische Forumspartnerin Karen K. Nachzuchttiere von mehreren Parosphromenus-Arten an, die sie u.U. auch per Post zu versenden bereit ist. Sie ist sich allerdings unsicher, ob sie dies riskieren kann. Ich denke, dass verschiedene von uns hier Erfahrungen haben. Meine sind, dass bei gesunden Tieren im Sommer dies kein Problem ist, wenn die Sendung auch etwa zwei Tage unterwegs ist.
Aber ich finde, dies ist ein gutes Thema für eine Diskussion.
Peter

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@karen_k)
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Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 201
 

I have seen some remarkable behavior in some Paros, that I think is worth mentioning.

P. sumatranus
My breeding couple has approx. 3 nests every month.
The first months everything was normal; after the spawnings the male cared for the eggs and fry, the female leaving the nestling place after the last spawning. Since about 2 months this has changed: this couple now cares for the eggs and fry together!

When I use a flashlight I can see quite well into their nestling place. Not only does the female not leave the nestling place anymore, she actually helps. If an egg or fish-larva falls onto the bottom, either the male or the female picks it up to put it back in the nest again. Who ever is closest, or sees it first (it doesn't seem likely that they agree on who's baby-sitting shift it is ; -o)

Parosphromenus 'blue line' (I recently renamed them to P. aff. harveyi 'blue line' holland)

From these Parosphromenus, I have 2 breeding couples. There is a huge difference in how they care for the eggs and young.

Couple one are a dedicated parents, meaning: the male stays in the nest as long as there are eggs and/or fry in the nest. The female chases away any (older) young, that comes to close to the nest.

Couple two: after spawnings took place, the male swims about, just like the female does. You wouldn't think they'd have a nest! When I look at them for a longer time, I can see that the male visits the nest every now and then; sometimes being back in a few seconds, sometimes after a minute or so.

The free swimming fry is ignored by both parents. When I feed them, the fish that is the fastest, will grab the worm (or whatver I feed them), and is the lucky winner. In this sense, the young show no respect at all for older fish (neither for older siblings, neither for the parents). This is very different from the young of couple one; they have learned the rule: when an adult is coming towards a piece of food, a young should immediately stop chasing it (and give room to the parent, who calmly goes ahead and gets the food).

Also, the young (some being sub-adults now, 4 months old) are much more agressive between one another, compared to the young of couple one (as well as compared to Paros in general).

Any one else who has seen "crazy" Paros like these ones?

Best wishes,
Karen


   
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(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
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I have seen some remarkable behavior in some Paros, that I think is worth mentioning. .... Any one else who has seen "crazy" Paros like these ones?

Very good detailed observations, Karen! Selten liest man das, solche genauen Vergleiche nicht nur verschiedener Arten, sondern auch verschiedener Paare ein und derselben Art! Deine Beobachtungen zeigen, wie unterschiedlich auch Fischindividuen sein können. Ich habe Ähnliches bei mir beobachtet. Ein anjunganensis-Paar pflegte Eier und Junge sehr intensiv, ein anderes wesentlich weniger intensiv. Aber ich habe auch wechselndes Verhalten beobachtet: Ein "blue-line"-Männchen pflegte anfänglich schlecht, später besser und sehr intensiv, kümmerte sich um Eier wie um noch nicht freischwimmenden Jungfische, und dann ließ er wieder nach bei seinen Bemühungen. Im Augenblick hat er gar keine Lust mehr. Die letzten Bruten wurden fast gar nicht mehr gepflegt, und er hat wohl auch einen Teil davon verspeist. Crazy Paros?

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 20 Jahren
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Mein derzeitiges filamentosus-Paar, das ich von Karen habe, laicht seit zwei Monaten jede Woche; Gelegegröße durchschnittlich zwischen 30 und 40 Eier. Aber im Unterschied zu meinen nagyi, linkei, paludicola oder sumatranus kommt kein Jungfisch im Becken hoch, obwohl Holz, eine Buchenblätterlage und viele Wurzeln von Schwimmpflanzen den Raum strukturieren und alles voller Versteckmöglichkeiten ist.
Vor wenigen Tagen habe ich die Ursache gefunden: Das Weibchen sucht gezielt nach kleinen Jungfischen, um sie zu verspeisen. Das kenne ich von meinen anderen Paros nicht! Es handelt sich zweifellos um eine individuelle Eigentümlichkeit. Jetzt habe ich ihnen eine Brut weggenommen (ca. 35 Jungfische). Anders geht es bei denen offenbar nicht.
Was haben andere für Erfahrungen gemacht?

Peter Finke, Bielefeld


   
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chrisne84
(@chrisne84)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 114
 

Hallo Peter und die anderen Paros-Spezis,

ich wollte mich auch mal zu dem Thema "Versand per Post" äußern.
Ich habe meine Linkei damals im Frühjahr(es war schon recht warm) von Jemanden aus dem Forum bekommen(leider weiss ich den Namen net mehr), dafür nochmals VIELEN DANK! Er hat sie einzeln, gut verpackt in kleine Beutelchen getan und das Ganze umgeben von von viel Dämmmaterial. Die Tiere waren 2 Tage unterwegs und sind super gut hier angekommen. Somit konnte ich keine negativen Seiten an der ganzen Sache erkennen. Ich würde sagen, wenn die Temperaturen stimmen, dann kann man guten Gewissens ein paar Tiere versenden, wenn sie auch wirklich gut verpackt werden! Denn die Post ist überraschende Weise sehr oft sehr schnell.*gg*

Soviel zu meinen Erfahrungen

Schönes WE

Chris

IGL 115


   
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(@peter-finke)
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Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
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Meine Erfahrungen mit dem Versand von Paros sind ebenfalls positiv. Allerdings nur unter vier Voraussetzungen: 1. die Fische müssen wirklich gesund sein; 2. die Temperaturen zur Versandzeit sollten nicht (lange) unter 15 Grad und nicht über 25 Grand liegen, 3. die "Reisezeit" sollte zwei bis drei Tage nicht überschreiten, und 4. Vorbereitung des Versandpaketes durch den Absender sollte sorgfältig und optimal geschehen.
In vielen Fällen ist das alles gut zu schaffen.
Zu 1: Der wichtigste Punkt. Fische, die tot beim Adressaten ankommen, sind - wenn alle anderen Bedingungen erfüllt sind - meistens vorgeschädigt gewesen. Das sieht man ihnen nicht immer an. Man sollte also nur solche Fische versenden, von denen man sicher glaubt, das sie vollkommen in Ordnung sind. Beim Versandhandel (Importeure) hat man diese Gewähr keinesfalls. Hier unterscheiden sich gute Leute von weniger guten.
Zu 2: Paros mögen keine große Hitze, schon eher darf es ein paar Grade zu kühl sein. Ein "Wärmepack" kann dabei helfen. Grundsätzlich scheiden Hochwinter und Hochsommer als Versandzeiten aus.
Zu 3: Innerhalb eines Landes sollte eine solche kurze Reisezeit des Versandpaketes immer erreichbar sein. Schwierig wird es bei länderübergreifendem Versand. Hier hat Karen einige Erfahrungen gesammelt, gut und schlechte. Manche ihrer Pakete waren (fast) eine Woche unterwegs und die Tiere haben die Sache dennoch überstanden, weil die anderen Faktorenn stimmten. Manchmal gab es auch Tote. Wenn man an alles gedacht hat, sind meistens auch drei oder vier Tage Reise kein Problem. Fische von Karen sind bei mir nach fünf Tagen angekommen (es war nicht ihre Schuld, sondern die des deutschen Transporteurs) und waren alle in guter Verfassung. Aber auf so etwas darf man nicht in jedem Falle fest vertrauen. Auch beim Zoll können solche Pakete manchmal lange lagern.
Zu 4: Ein Versand einzeln in Beuteln ist möglich, aber auch nicht immer notwendig. Kleine Fische wie Paros können auch zu viert in einem großen Beutel reisen. Einzeln wäre es zweifellos noch sicherer. Gut ist paarweiser Versand. Mehrere adulte Männchen würde ich nicht in einen Beutel tun. Für sehr wichtig halte ich, dass sie gut gefüttert wurden, aber nicht in den letzten Stunden vor der Verpackung, damit sie vorher schon ihren Darm entleeren können. Ich halte es auch für sehr hilfreich, ein paar alte Buchen- oder Eichenblätter, die schon längst unter Wasser lagen, mit in den Beutel zu geben; Paros sind anlehnungsbedürftig. Man kann auch Stücke eines Seemandelbaumblattes nehmen. Darauf achten, dass sich keine Fische verklemmen können (keine Beutel mit Ecken nehmen). Es gibt Schraubgläser aus Kunststoff, die sehr geeignet sind. Auch Wasserflaschen aus Kunststoff kommen infrage. Alles gut isolieren (Styroporkiste, Styropor- und Zeitungsfüllung). Ev. ein Wärmekissen ohne direkten Kontakt zu einem Beutel anbringen, aber nur dann, wenn Temperaturen unter 16 Grad (nachts) zu erwarten sind. Bei Dauerhitze im Sommer und zu extrem kalten Temperaturen in Frühling, Herbst und Winter würde ich nichts versenden. Aber in milden Zeiten geht auch das. Das Paket äußerlich kennzeichnen: oben! nicht werfen! live tropical fish!
So müsste es gehen. Es klingt komplizierter als es ist. Gesunde Paros halten viel aus. Wichtig ist, einen Versanddienst zu finden, der die versprochene Zeit möglichst einhält.

Peter Finke, Bielefeld


   
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 emha
(@emha)
Honorable Member
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Bei der Wahl des Brutsubstrates und der Pflegestrategie scheint es bei Paros unterschiedliche Volieben zu geben. Während meine P. nagyi (und auch ornaticauda, quindecim und linkei) recht "konzentrierte" Brutpfleger sind und für 7-8 Tage durchgehend in einer Höhle verschwinden, zeigt P. sumatranus ein unter gleichen Bedingungen anderes Verhalten. Die erstgenannten Prachtguramis besetzen vorzugsweise eine tiefe, einseitig geschlossene Röhre und bewachen dort ihren Laich bzw. Jungfische für maximal 10 Tage (dann verlassen die Jungen die Höhle) und fächeln frisches Wasser zu. Man bekommt sie dann nur sehr selten zu gesicht. Erst gegen Ende der Brutpflege kommen sie öfter heraus und balzen Weibchen an. So kommt es in d. R. zu nacheinanderfolgenden Bruten.
Bei P. sumatranus fiel mir auf, dass das Männchen ständig balzaktiv ist und auch dauernd mit dem Weibchen ablaichte. Es hatte an verschiedenen (mindestens 3) Stellen Eier bzw. Jungfische unter Laubblättern deponiert . Es schwamm diese gezielt immer wieder an, schlüpfte mit einer typischen, unauffälligen aber verräterischen Bewegung unter das Blatt und blieb z. T. dort auch für einige Minuten. Dann fiel ihm offensichtlich ein anderes Depot wieder ein und er muste dort nach dem Rechten sehen. Diese andere Pflegestrategie scheint im Aquarium zumindest sehr erfolgreich zu sein. Das Aquarium war in kürzester Zeit von Jungfischen bevölkert. Natürlich kann das Ganze auch nicht arttypisch, sondern individuell verschieden sein. Hat jemand ähnliche oder abweichende Beobachtungen gemacht? Das Brutverhalten in größeren Gruppen ist nochmal anders. Ich hatte bei P. aff. alfredi "Mimbon" die Beobachtung gemacht, dass bei Haltung in großen Gruppen, die Männchen "durcheinanderkommen" und da und dort z. T. gleichzeitig mit verschiedenen Weibchen ablaichten und dann aber der Laich immer verloren ging. Vielleicht ein Indiz dafür, dass sie sich in der Natur zur erfolgreichen Brut von der Gruppe (Paros treten sonst häufig in größerer Anzahl auf) absondern.

Martin Hallmann


   
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(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
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Hat jemand ähnliche oder abweichende Beobachtungen gemacht? Martin Hallmann

Ja, bei mir ist es ähnlich. Bei Arten wie linkei, nagyi, paludicola oder bintan ziehen sich die Männchen für ca. eine Woche in die Bruthöhle zurück und kommen nur selten hervor, oft fressen sie auch tagelang nichts, obwohl das Futter vorm Höhleneingang herumtanzt. Mein filamentosus-Mann macht dies im Prinzip auch so, aber er ist doch öfters im Becken unterwegs und räumt manchmal auch ganze Bruten um, aus der Höhle am Beckenboden nach oben unter ein Schwimmpflanzenblatt, oder umgekehrt. Manchmal wird auch das Weibchen auf der Schwimmstrecke wieder kurz, aber heftig angebalzt, dann ist er wieder weg.
Meine sumatranus machen es wie bei Martin: hie und da, gern unter Blättern, wird gelaicht und über lange Perioden hinweg auch fast täglich gebalzt, auch dann wenn, verschiedene Laich- oder Larvendepots schon vorhanden sind.
Übrigens noch eins: Paros scheinen auch zu lernen, beispielsweise ihre Gelege oder Jungfische nicht aufzufressen. Meine ersten "blue-line"-Gelege, auch meine ersten bintan- und filamentosus-Gelege wurden immer verspeist (wahrscheinlich vom Männchen). Meine ersten im Elternbecken freischwimmenden Jungfische von sumatranus und - besonders - filamentosus wurden sofort verspeist, wenn man (ich habe das nur von den Weibchen gesehen) ihrer ansichtig wurde. Aber alle haben die Damen dann doch nicht erwischt. Und dann stellen sich die Fische doch nach einiger Zeit offenbar um: Wenn erstmal mehr schon etwas größere Jungfische im Becken herumschwimmen, besonders dann, wenn es recht viele geworden sind (in meinen 10-Liter-Becken bis zu 20, 30 Jungtiere), dann leben offenbar auch die ständig noch nachwachsenden kleineren Jungen weniger gefährlich.
Eine gute Lage Blätter auf dem Boden und eine Schicht Ceratopteris an der Wasseroberfläche sind dabei übrigens sehr hilfreich. Zunächst halten sich viele kleine Paros lange am Boden auf. Ich habe schon oft lange Zeit keinen gesehen, und dann erst später bemerkt, dass da nicht wenige zwischen den Buchenblättern lebten, bis sie sich heraustrauten.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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Einige Fragen:

- Welche Erfahrungen habt Ihr mit Brutpausen bei Paros gemacht? Zeitweise laichen sie jede Woche, aber dann ist auch plötzlich damit Schluss. Warum? Wie lange? Wann geht es wieder los?

- Wann erkannt man frühestens die Artzugehörigkeit bei Paronachwuchs? Einige sind sehr charakteristisch, da ist das früher möglich als bei anderen.

- Wann erkannt man frühestens das Geschlecht? Das kann bei Jungfischen ganz schwierig bis unmöglich sein, aber irgendwann kann man es erkennen. Wann?

- Wie alt sind Paros bei Euch geworden? Günter Kopic, ein sehr guter Parokenner, hat acht Jahre alte Fische gehabt. Das ist sicher ein extremes Alter für einen Prachtgurami. Und was ist "normal"?

Wer eine Antwort auf eine dieser Fragen geben kann. möge sich äußern. Es sind Fragen, bei denen es noch viel Unsicherheit gibt. Da können wir alle voneinander lernen.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@karen_k)
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Welche Erfahrungen habt Ihr mit Brutpausen bei Paros gemacht? Zeitweise laichen sie jede Woche, aber dann ist auch plötzlich damit Schluss. Warum? Wie lange? Wann geht es wieder los?

I've had several pairs from several species taking a break. There might be a relation to the amount of offspring present in the (relatively small) tank. In 3 cases that I remember, I let these pairs have a break for several weeks, sometimes longer, then netted them out and placed them in another tank, to start all over again. And so they did!

In other cases, when I didn't move the pair to a new tank, they didn't re-start the breeding. These were cases where I chose to net out a new pair (a male and female of the offspring), to breed a next generation.

Best wishes,
Karen


   
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(@peter-finke)
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I've had several pairs from several species taking a break. There might be a relation to the amount of offspring present in the (relatively small) tank. In 3 cases that I remember, I let these pairs have a break for several weeks, sometimes longer, then netted them out and placed them in another tank, to start all over again. And so they did

Karen, ich habe diese Beobachtung auch gemacht, aber manchmal klappt es auch nicht. Zur Zeit habe ich das Problem bei drei Arten: linkei, paludicola und nagyi. In allen drei kleinen Becken (12 Liter) wimmelt es von schon etwas herangewachsenen Jungfischen, die aus einer ganzen Reihe von schnell aufeinanderfolgenden Bruten hervorgegangen sind, und die Alttiere scheinen im Moment keine Lust zu haben, weiterzumachen. Jetzt habe ich das nagyi-Becken aufgelöst und die Alten in ein neueingerichtetes 12-Liter-Becken gesetzt, aber seither spielt sich auch nicht mehr ab. Sie sind teils noch scheu, teils noch ruhelos. Ich hoffe, dass dies die Umgewöhnung ist und sich das noch ändert.

Übrigens: ich hatte geschätzt, dass es gut 25, vielleicht auch 30 Jungfische sein würden. Es waren tatsächlich 63 ...

Bei den paludicola und den linkei muss ich Ähnliches machen. Doch ich sehe soeben: die linkei haben ein neues Gelege, das der Vater bewacht. Überall schwimmen die Jungfische herum, nur in der Höhle hat er seine Ruhe. Allerdings kommt er häufig heraus. Hier habe ich bisher gut 30 Jungfische gezählt; mal sehen, wieviele es tatsächlich sind ... Bei den paludicola sind es weniger; hier hat es schon ein paar Wochen keine neue Brut gegeben.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
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... Übrigens: ich hatte geschätzt, dass es gut 25, vielleicht auch 30 Jungfische sein würden. Es waren tatsächlich 63 ... Bei den (...) linkei muss ich Ähnliches machen. ... Hier habe ich bisher gut 30 Jungfische gezählt; mal sehen, wieviele es tatsächlich sind ...

Ich habe das linkei-Becken ausgeräumt; es waren diesmal sogar 65 Jungfische! Wie man sich da verschätzt!

Und noch eine Erfahrung dabei: Zuerst habe ich das alte linkei-Weibchen in das für das alte Paar vorbereitete neue Becken eingesetzt. Dann habe ich die Tonhöhle mitsamt dem linkei-Mann (!), der dort ein neues großes Gelege pflegte, vorsichtig noch im Becken in eine kleine Schale gesetzt, so aus dem Aquarium gehoben und ebenfalls in ähnlicher Position wie bisher in das neue Becken gesetzt. (Die Schale hatte den Zweck zu vermeiden, dass beim Umsetzen die Höhle trockenfiel). Der Fisch hat die Höhle wärend der gesamten Prozedur nicht verlassen! Erst eine Stunde später kam er vorsichtig heraus, um die neue Umgebung zu inspizieren, er ging aber schnell wieder hinein. Das wiederholte sich mehrfach. Dabei hat er sich wohl doch so erschrocken, dass er dann leider das neue Gelege doch noch aufgegeben hat. Er hat es nicht weiter gepflegt, es ist komplett abgestorben.
Ich dachte, eine sehr gute Methode gefunden zu haben, pflegende adulte Paro-Paare mitsamt ihrem Gelege umzusetzen, da sie an dasselbe stark gebunden sind. Aber es war wohl doch nicht so.

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@peter-finke)
Noble Member
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Zur Zeit pflegen folgende Prachtguramiarten bei mir Gelege oder Larven:
- opallios
- filamentosus
- nagyi
- tweediei
- linkei
Brutpause ist angesagt bei:
- paludicola
- ornaticauda
- quindecim
- aff. alfredi
- sumatranus
- bintan
- "blue line"
Mangels Männchen tut sich nichts bei
- anjunganensis

Peter Finke, Bielefeld


   
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(@thomas-p)
Reputable Member
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Beiträge: 442
 

Meine P.quindecim haben derzeit ihr drittes Gelege. Zu meinem Glück befindet sich dieses genau an der Frontscheibe in einer PVC-Röhre, sodaß ich die Brutpflege, soweit es die Zeit zuläßt, gut beobachten kann:

Das Gelege umfaßte ursprünglich ca. 40 Eier, wobei einige Eier vielleicht Gasblasen waren. Diese Beobachtungsfehler sind aufgrund der Lichtverhältnisse nicht zu vermeiden, selbst wenn ich eine Taschenlampe benutze. Das Anleuchten des Männchens bewirkt übrigens i.d.R. Pflegehandlungen am Gelege. Ich entnehme dieser Reaktion eine Irritation durch das Licht, bei kleinen Bettas kann es auch zu einem Umsiedeln des Geleges führen, was mir bei P.quindecim noch nicht passiert ist.
Mein Zuchtbecken ist tageslichtabhängig, dementsprechend verlaufen die Aktivitäten meiner Tiere mit unserem Tagesverlauf. Um 03:00, lagen in den ersten zwei Nächten mindestens die Hälfte der Eier am Boden der Röhre. Das Männchen stand teilnahmslos einige Zentimeter entfernt in leichter Schräglage in der Röhre. Die über Nacht am Boden liegenden Eier und dann ab der dritten Nacht auch Dottersacklarven, wurden nicht mehr an das Röhrendach geheftet sondern gefressen. Somit habe ich heute am 5ten Tag nur noch drei, wenn auch auffallend große, Larven.
Am zweiten Tag brachen die Schwänzchen durch die Eihülle, ob man diesen Zustand schon als Dottersacklarve bezeichnen kann weiß ich nicht. Jedenfalls reagieren diese Eier bereits auf taktile Reize, sodaß sie beim Heruntersinken und durch Berührung des Männchens bereits mit dem Schwänzchen schlagen und die Sinklinie gerinfügig verändern können. Diese Eier sinken im Vergleich zu denen der kleinen Bettas wie Steine und dürften keinerlei Ölkörper besitzen. Überhaupt sind sie verhältnismäßig groß, das Männchen bekam sie kaum ins Maul.
Das Schaumnest besteht wechselnd aus 5 bis 10 winzigen Gasblasen die nur fallweise mit den Eiern oder jetzt Dottersacklarven in Kontakt stehen. Diese Gasblasen werden durch kauende Bewegungen generiert, ein vorhergehendes Luftholen an der Wasseroberfläche konnte ich nicht beobachten. Ich stelle die Frage ob hier jemand weiß wie das Labyrinth bei Parosphromenus beschaffen ist. Funktioniert es etwa "umgekehrt", also können Blasen aus dem gelösten Sauerstoff des Blutes ausgasen? Wobei, wer weiß ob diese Blasen Sauerstoff beinhalten, am Ende sind es Veratmungsendprodukte?
Da die Eier nicht in die Gasblasen eingebettet wurden, haften diese nicht an der Oberflächenspannung derselben. Somit wird wohl ein Sekret das Anheften möglich machen. Ich konnte beobachten, daß eine Larve an einem nicht sichtbaren Sekretfaden im freien Raum hing.
Das Männchen stand und steht den überwiegend größten Teil der Zeit in leichter Schräglage mit der Rückenlinie das Röhrendach berührend mitten zwischen den Eiern und Larven. Einige Eier und Larven lagen auch direkt an seinen Seiten mit Schleimhautkontakt, sodaß diese richtiggehend an ihm klebten und erst beim Wegschwimmen heruntersanken. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang zwischen Schleimhautkontakt und Überleben der Larven?

Eine Überlegung theoretischer Natur: über Nacht herabgesunkene Eier und Larven sind verloren, selbst wenn diese, soweit dies für mich feststellbar ist, in gleichem Zustand sind wie die am Röhrendach angehefteten. Somit dürfte nicht nur die Wasserzusammensetzung ausschlaggebend sein, die die Eier nicht beeinträchtigt, sondern auch oder eben diese, die das "Anheftsekret" nicht beeinträchtigt oder gar fördert. Vermutlich gehen diese beiden maßgebenden Bedingungen Hand in Hand.

Thomas

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