Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V.

Telefon: +49 152 28868116 | E-Mail: gf@igl-home.de

Zur Entdeckungsgesc...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Zur Entdeckungsgeschichte der Prachtguramis

9 Beiträge
3 Benutzer
0 Likes
5,976 Ansichten
(@norbert)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 197
Themenstarter  

Liebe „Paros-Interessenten“,

ich sehe mit Freunde, wie sich das bisher im Dornröschenschlaf verharrende Unterforum „Parosphromenus“ dank Peter Finkes fachkundiger und offensichtlich motivierender Moderation zu einem interessanten Informationsaustausch entwickelt. Da die Prachtguramies ebenfalls zu meinen Pfleglingen zählen und ich auch regelmäßig welche von unseren Reisen mitgebracht hatte, hier ein paar Anmerkungen zu div. Themen, die bei Bedarf gern in die einzelnen Bereiche transferiert werden können.

Vornweg – der ganze Bereich „Parosphromenus“ ist ein sehr weites und in machen Bereichen offenes Feld. Innerhalb der IGL gab es dazu schon viele interessante Beiträge in Form von z.B. Eigenimporten, Portraits, Berichten und Vorträgen (vor allem von Dr. Foersch, Geck, Dr. Schmidt, Kopic). Für Mitglieder jüngeren Eintrittsdatums sind diese natürlich nur per Nachorder der alten „Makropoden“ (MAK) teilweise nutzbar. Auch dafür wird es höchste Zeit, dass wir eine intern zugängliche Datenbank schaffen. Literatur, die irgendwo in Privatbereichen lagert und nur auf Anfrage bei sehr beschäftigten Kollegen abgerufen werden kann, ist für eine breitere Basis nicht wirklich hilfreich und muss dem digitalen Zeitalter angepasst werden.

Literatur/Bestimmung: Den „Aqualog“ sehe ich vor allem als ein Sammelheft aller zum Veröffentlichungsdatum verfügbaren (bzw. zur Verfügung gestellten) Arten-Fotos, damit eine wichtigen Quelle. Nach meiner Einschätzung resultieren die Zuordnungen eher von den Bildautoren als von Frank Schäfer, der sicher kein ausgesprochener Paros-Spezialist ist und auch nur vergleichend arbeiten kann. Problematisch sind vor allem die Formen, die neu über den Handel gekommen sind. „Deissneri“ ist noch heute bei den meisten Händlern die Sammelbezeichnung, für wohl alles, was sich nicht klar anderen Arten zuordnen lässt. Es müsste natürlich richtigerweise, wenn überhaupt dann „Bintan“ heißen (wir sprechen von der Bintan-Gruppe). Ich sehe den Aqualog als eine gute Arbeitsgrundlage, der jedoch überarbeitet werden muss (was für die meiste ältere Labyrinthfischliteratur gilt). Es sollte sich halt jeder Besitzer die Mühe machen, neuere relevante Erkenntnisse darin einzutragen, um so auf ein aktuelles Level zu kommen. Das kann bei Bedarf dann auch untereinander abgeglichen oder diskutiert werden. Gleiches gilt auch für den bede-Atlas.

An Horst Linkes Artenvorstellungen ist normalerweise nicht zu deuteln, da er sehr sorgfältig recherchiert und die meisten Arten, die er abbildet und beschreibt, selbst und in der Regel an den Originalfundorten gefangen hat. Die Angaben der darüber hinaus vorgestellten Arten stammen aus erster (meist IGL-) Hand und die fotografierten Fische von den jeweiligen Erst-Fängern. Seine Informationen, gerade auch die Biotopangaben, sind Standart und finden sich in den meisten anderen Fachbüchern wieder. Leider wurde die letzte Auflage (1998) seines Labyrinthfisch-Buches von dem damals gerade neu übernommenen Tetra-Verlag durch absolut fachlich unkompetente und zudem im halbfertigen Stadium abgebrochene Herumlektorerei verhunzt. Die Fotos stimmen bei den Paros zu den jeweiligen Texten, aber auch hier sind Bildunterschriften schlicht falsch. P. bintan war damals gerade erst beschreiben, ob sich das mit den Redaktionsterminen überschnitten hat,weiß ich nicht. Auch hier ist ein persönlicher Abgleich sinnvoll. Als Tipp empfehle ich, sich die vorherige Ausgabe über das Antiquariat für kleines Geld zu besorgen und zu vergleichen. Die Überarbeitung des Buchs wäre längst fällig, nach Freund Linkes Aussagen ist aber damit in absehbarer Zeit eher nicht zu rechnen.

Ansonsten – selbst die einschlägigen Wissenschaftler waren bisher mit der Fülle der neuen Arten einfach überfordert und haben lange die Finger davon gelassen. Ich bin gespannt, was die angekündigten sechs Neubeschreibungen von Kottelat&Ng bringen, die in Kürze via Raffles Bulletin (Singapore) veröffentlicht werden sollen. Weitere verlässliche Literatur ist derzeit wohl nicht zu haben (vielleicht in Japan, dort gibt es ebenfalls sehr engagierte Fang-Reisende und hervorragende Fotografen, den Markt kenne ich jedoch nicht). Geplant ist beim bede-Verlag ein Paros-Buch für Herbst 2006 in der Reihe „Ihr Hobby“, an dem Günter Kopic, Jakob Geck und Dr. Jürgen Schmidt arbeiten. Sobald beide Werke veröffentlicht sind, gibt es sicher hier und im MAK nähere Informationen.

Gepflegte Arten: In meinen Aquarien schwimmen seit Ende der Achtziger Jahre Paros, inzwischen abwechselnd wohl fast alle irgendwann mal verfügbaren Arten. Einige habe ich davon eher extensiv im Elternbecken gezüchtet, vor allem die selber gefangenen Arten und das waren: P. paludicola (Kampong Sedang, Malaysia und Süd-Thailand = Sungei Kolok/Golok), nagy (TT), linkei, spec. „Sukamara“, ornaticauda, anjunganensis. P. paludicola, jetzt vom FO “Sungei Kolok”, gehört zu den ständigen Pfleglingen, die sich auch regelmäßig fortpflanzen. Wenn ich größere NZ haben will, entnehme ich die Gelege, wenn die Larven kurz vor dem freischwimmen sind. Gerade bei P. paludicola bestehen bei mir sonst kaum Überlebenschancen (werden gefressen). Ich pflege die Arten meist im separaten Kleinaquarium, die Gesellschaft von kleinen Schwarzwasser-Bärblingen erweist sich allerdings oft als günstig, da die Paros dann weniger scheu sind. Auch mit Sphaerichtys klappte das bisher gut. Eine Pflege in meinen 100-Liter-Aquarien zusammen mit anderen kleineren Arten ging bisher ausnahmslos schief. Offensichtlich bekamen sie zuwenig Futter (meine fressen ausschließlich kleines Lebendfutter) oder wurden (wenn auch nicht von mir bemerkt) unterdrückt, so dass sie bald starben. Allerdings habe ich das bisher nur mit P. paludicola oder übrigen Einzelfischen versucht.

Zum Biotopschutz: Das wohl schwierigste Kapitel, für uns als Liebhaber, etwas auszurichten. Wir unterstützen das Sandelia-Projekt in Südafrika seit Jahren mit Spenden. Die Zerstörung ganzer Landstriche, vor allem in Südostasien, schreitet aber bekanntlich immer weiter fort, ohne dass wir dagegen ernsthaft was unternehmen können. Indirekte Hilfe wäre möglich, in dem wir weitere bestehende Naturschutz-Gebiete unterstützen. Z.B. das bekannte Orang Utan-Schutzgebiet von Tanjung Puting (wo die Wissenschaftlerin Birute Galdikas seit Jahrzehnten arbeitet) in der Nähe von Pangkalanbun im Süden Borneos. Dort gibt es reichlich Schwarzwasser und viele uns bekannte, relevante Arten. Allerdings wird auch da in großem Stil illegal abgeholzt, ohne dass, trotz des Status, von der Regierung dagegen was unternommen würde. Wie wenig ausländische Intervenisten ausrichten können, hat sich leider u.a. am Beispiel von Bruno Manser erwiesen, der sich intensiv, aber weitgehend vergeblich (nach den vorliegenden Informationen seines Fonds) für die Erhaltung des Lebensraums des Naturvolks der Punan in Nord-Borneo eingesetzt hat.

Ein kleiner Trost für uns Aquaristen: Zumindest mir ist keine Art bekannt, die seit unserer Kenntnisnahme von ihr ausgestorben ist, obwohl teilweise die uns bekannten natürlichen Fundorte zerstört oder in Plantagen umgewandelt wurden. Im Gegenteil, es kommen neben vielen neuen Formen auch die altbekannten weiter über den Handel zu uns. Das ist kein Argument, den Kopf in den Sand zu stecken und trügerisch von der Selbstheilungskraft der Natur auszugehen. Nur der Hinweis, dass auch Paros offensichtlich recht flexibel und widerstandsfähig sein können. Während wir vor 20, 30 Jahren noch von punktuellen Verbreitungsräumen ausgegangen sind, zeigen auch unsere eigenen Aufsammlungen, dass zumindest einige Arten weiter verbreitet sind und gerade nach flächendeckenden Überschwemmungen ganz woanders auftauchen können. In Bezug auf Paros trägt der Handel, wie schon von P.F. bemerkt, kaum zur Ausrottung bei. Selbst wenn die Profis vielleicht mal hundert Exemplaren fangen, wo wir kaum ein paar Paare zusammenbekommen. Dafür gibt es einfach nicht genügend Abnehmer. Der spezialisierte Exporteur in Singapore, über den viele Arten zu uns kommen, nennt auch alle Fundorte und hält die Arten getrennt. Er ist ein verlässlicher Partner, guter Biotop-Kenner und hältert seine Fische fachgerecht. Außerdem arbeiten er und die Biologen der Uni Singapore eng zusammen. Darüber müssen wir uns die wenigsten Sorgen machen. Wie´s allerdings bei anderen Exporteuren aussieht, kann ich nicht sagen. Ich gehe aber aus verschiedenen Gründen davon aus, dass wir dieses Angebot auf Dauer nicht verfügbar haben werden. Also muss unser oberstes Ziel sein, die derzeit vorhandene Artenvielfalt in unseren Aquarien verantwortungsbewusst zu erhalten und zu stabilisieren. Diese Forumsarbeit hier trägt sicher dazu bei.

Herzliche Grüße und weiterhin ein gutes Gelingen,
Norbert


   
Zitat
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
 

Eine Fülle von Informationen für die Nutzer des neubelebten Parosphromenus-Forums: Wir haben dafür zu danken. Eine Kurzbericht über "the state of the art", sozusagen. In der Tat haben Norbert Neugebauer und hat die IGL zu unserer Kenntnis über diese interessante Gruppe von Kleinlabyrinthern nicht unwesentlich beigetragen: Wir verdanken ihm und seinen Reisebegleitern von 1990 z.B. die später als linkei und ornaticauda beschriebenen schönen neuen Arten, und nicht wenige Formen/Arten sind von anderen IGL-Spezialisten gefunden und/oder erstmals eingeführt und nachgezüchtet worden. Ich selbst bin in den siebziger Jahren noch als Student extra von Göttingen nach München gefahren , um Dr. Walther Foersch, den Nestor der Prachtguramis in Deutschland (und darüber hinaus), zu besuchen und habe dort die ersten Nachzuchttiere gesehen (und erhalten), die damals alle "P. deissneri" nannten. Aus der Ferne habe ich dann mit großem Interesse verfolgt, wie sich Foersch später zusammen mit der ebenfalls unvergessenen Edith Korthaus Ende der siebziger selber nach Süd-Borneo aufmachte und u.a. einen kleinen, ganz abweichend gefärbten und geformten Prachtgurami mitbrachte, den Vierke kurz darauf als P. parvulus beschrieb und der dann später mit P. ornaticauda einen "Vetter" bekam.

Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn auch der eine oder andere weitere Pionier der Parosphromenusszene, der sicherlich ab und zu auch mal (versteckt) in unser neuerwachtes Forum hineinschaut, sich "outen" und mal etwas erzählen würde über die Entdeckungen, die Umstände, die Schwierigkeiten, die Erfahrungen, die sie oder er im Aquarium oder in Südostasien gemacht hat.

Doch auch alle anderen, viele naturgemäß Anfänger oder erst halbwegs fortgeschritten, lernbereit und dennoch mit offenen Augen ausgestattet, sind eingeladen, sich mit Fragen, Beobachtungen, Vermutungen, Ideen hier zu beteiligen!

Peter Finke, Bielefeld


   
AntwortZitat
(@norbert)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 197
Themenstarter  

Lieber Peter Finke,
danke „für die Blumen“. Aber so möchte ich das nicht stehen lassen. Als „Pionier“ kann man uns sicher nicht mehr bezeichnen. Speziell für die Tour 1990 gehört dieser Status Dr. Foersch, Korthaus (die ich leider nicht mehr persönlich kennen lernen durfte) und Hanrieder sowie Linke, die mit ihren vorherigen Reisen in Ost- und Zentralkalimantan die Wege geebnet hatten. Wir hatten zwar schon eine längere Fangtour durch die komplette Halbinsel von Malaysia hinter uns. Aber auf dieser Reise waren meine Frau und ich eindeutig in der Voluntärsrolle bei Horst Linke. Im Rahmen der umfangreichen Vorbereitung hatte ich den mittlerweile wieder in Deutschland lebenden Pater Stroh besucht, dem wir wichtige Informationen über Biotope an seinen früheren Wirkungsstätten auf Kalimantan und ebensolche Kontakte vor Ort verdankten. Während der vierwöchigen Reise, die uns durch weite Gebiete des indonesischen Teils von Borneo führte, waren wir die Eleven und wohl halbwegs passable Partner. Über die erlebnisreiche Tour und die Ergebnisse hatten wir dann in verschiedener Form berichtet. Danach hatten wir das Rüstzeug für weitere umfangreiche Reisen in Südostasien. Von dieser Reise brachten wir als Ersteinfuhren u.a. Paros. linkei, ornaticauda und anjunganensis mit, die letzten beiden waren wohl schon beschrieben, zumindest hatten wir entsprechende Informationen von Dr. Kottelat, damals Kustos an der Bayer. Staatssammlung in München. Eigentliche Neuentdeckungen waren jedoch Paros. „spec. von Sukamara“ und „spec. von Palangan“.

Eine weitere Prachtguramy-Entdeckung resultiert aus einer Reise, die meine Frau und ich 1994 mit Günter Kopic und Klaus Frank unternommen hatten. In der Nähe von Pangkalanbun fanden wir den Paros. bintan-ähnlichen „spec. von Sungei Pakao“, den wir leider nicht lang in unseren Aquarien erhalten konnten. Ähnlich war es mit den beiden Paros-Arten von Bangka (1994 und 1996 gefangen und mitgebracht). Zumindest eine davon hatte jedoch schon Linke vorher eingeführt. 1993 hatten Ingrid und ich, ebenfalls in der Nähe von Pangkalanbun, den sehr attraktiven Betta „spec. von Kubu“ gefunden und mitgebracht, der bis dato als Variante von Betta burdigala registriert ist. Nach meinen Informationen steht hierfür eine Neubeschreibung durch die Wissenschaftler der Universität von Singapore bevor. Für diese beiden Entdeckungen und die Ersteinfuhren für die aquaristische Liebhaberwelt nehmen wir gern die „Lorbeeren“ entgegen.

In diesem Zusammenhang möchte ich gern kurz auf die (nach meiner Auffassung oftmals nicht entsprechend wahrgenommene und gewürdigte) Rolle von Horst Linke hinweisen, mit dem uns seit dieser Reise von 1990 eine sehr erbauliche Freundschaft verbindet. Er ist ein echter Pionier der Fangreisen, nicht nur auf dem Gebiet der Labyrinthfische. Im Zuge der Recherchen für seine Bücher und Videoproduktionen hat er mit großem Aufwand nahezu alle Original-Fundorte aufgesucht, dort selbst die gesuchten Fische gefangen (und nebenbei weitere entdeckt) und diese dokumeniert. Darüber hinaus ist er auch selbst ein großer Aquarianer und Fischspezialist, dem wir viele praktische Erkenntnisse und Zuchterfolge verdanken. Die IGL profitiert von ihrem herausragenden Mitglied seit den Gründungstagen durch zahlreiche Vorträge, Artikel und Fotos für den MAK und für das Archiv (samt vielen Jahresdias). Von seinen Veröffentlichungen zehren nicht nur viele nachfolgende Fachautoren, sondern auch Wissenschaftler und weitere Fangreisende weltweit, die auf seinen gut beschriebenen Pfaden wandeln (was selten zugegeben, aber anhand der Fangplätze leicht nachvollziehbar ist). Andererseits hat Linke nie seine eigenen Quellen und die gute Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Kollegen verleugnet, ohne die solche Erfolge nicht möglich wären. Meine Laufbahn als Labyrinthfisch-Liebhaber und Fang-Reisender ist maßgeblich von seiner vielfältigen Unterstützung geprägt, auch auf Funktionärsbasis (zwischen IGL/VDA oder im Arbeitskreises Aquaristik für die „Mindestanforderungen Hälterung Zierfische“, den er leitete) hatten wir ein hervorragendes Verhältnis.

Auch an einen anderen „Pionier“ für Fangreisen durch IGL-Mitglieder möchte ich erinnern, unseren verstorbenen Freund Charly Lung. Er war oft als erster an irgendwelchen Orten, die touristisch gerade zugänglich und aquaristisch erfolgversprechend schienen. Mit seinen Informationen machten sich dann andere auf und nutzten diese wohl teilweise, um dann mit ihren „Entdeckungen“ zu glänzen, ohne jedoch auf den Urheber hinzuweisen. So ist davon auszugehen, dass auch einige Parosphromenus erstmals von ihm gefangen wurden (z.B. P. nagy und Typen im malayischen Bundesstaat Johore).

Vielleicht mache ich mich irgendwann mal auf, die damaligen Erlebnisse zu „recyclen“ und bei entsprechendem Interesse in irgendeiner Form erneut zu veröffentlichen.

Norbert


   
AntwortZitat
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
 

Lieber Norbert Neugebauer, ich bin dankbar für die Heraushebung von Horst Linke. Ich verdanke ihm z.B. meine ersten Trichopsis schalleri, die er mir großzügig bei einem Besuch in Berlin in den siebziger Jahren gegeben hat. Leider hatte ich nie das Privileg mit ihm zu reisen.
Edith Korthaus war eine sehr lebendige, kreative Persönlichkeit, die einige Jahre lang in Horst Kippers "Aquaristischen Symposium" seligen Angedenkens alljährlich dabei war, wo ich auch Rolf Geisler, Herbert Bader, Walther Foersch, Gerd Kassebeer, Herbert Dittmar, Dietrich Schaller u.v.a. kennen gelernt habe. Dass Pater Stroh wieder in Deutschland ist, wußte ich nicht.
Es wäre wohl in der Tat schön, irgendwann einmal Reiseerfahrungen und Erlebnisse bei der Suche nach Parosphromenus, Betta und anderen Arten neu oder wieder nachlesbar zu machen. Hoffen wir also, dass die Zeit kommt!

Peter Finke, Bielefeld


   
AntwortZitat
andrea compagnoni
(@andrea-compagnoni)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 200
 

hallo norbert, hallo peter

herzlichen dank für eure interessanten ausführungen und infos. das thema prachtgurami scheint sehr geheimnisvoll und nicht sehr zugänglich (literatur, netz). desweiteren sind zumindest in der schweiz parosphromenushalter mangelware, sodass ein konstrukitver austausch gänzlich fehlt...

ich bin froh und erleichtert auf diesem wege mehr hintergrundinformationen über meine pfleglinge erfahren zu können!

deine beobachtung, norbert:

Eine Pflege in meinen 100-Liter-Aquarien zusammen mit anderen kleineren Arten ging bisher ausnahmslos schief. Offensichtlich bekamen sie zuwenig Futter (meine fressen ausschließlich kleines Lebendfutter) oder wurden (wenn auch nicht von mir bemerkt) unterdrückt, so dass sie bald starben. Allerdings habe ich das bisher nur mit P. paludicola oder übrigen Einzelfischen versucht.

kann ich allerdings nicht teilen. zwei arten meiner paros leben in vergleichsweise grossen becken. p.nagyi lebt in 112 liter und p.sumatranus in gigantischen 250 litern. beide paroarten sind vergesellschaftet mit s.osphromenoides und/oder kleinen betta.

p.nagyi vermehrt sich unter diesen umständen beständig und stabil, trotz fressfeinden, hier ist vermutlich die schicht fasertorf am bodengrund für ein überleben der jungfische förderlich?.

p.sumatranus hat allerdings noch keine anstalten zur reproduktion gemacht, weshalb ich nun ein pärchen in ein 40 liter fassendes becken verfrachtet habe.

da ich den ganzen tag zu hause bin, ist es mir natürlich möglich die tiere mehrmals täglich zu füttern. vermutlich würde aber eine mahlzeit pro tag reichen. ich füttere relativ oft grindalwürmer, die relativ rasch zu boden sinken, und dadurch in ruhe von den paros gerfressen werden können. desweiteren verteile ich die nahrung auf verschiedene stellen in den becken. das gibt nicht so ein gerangel ums fressen!

liebe grüsse,

andrea


   
AntwortZitat
(@norbert)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 197
Themenstarter  

Liebe Andrea,
ja, Paros-Liebhaber sind wie ihre Fische - sie leben verborgen. Man muss nach ihnen suchen, sie anstrahlen :D und dann zeigen sie ihr interessantes Verhalten ... :bounce:

Norbert O-


   
AntwortZitat
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
 

... Paros-Liebhaber sind wie ihre Fische - sie leben verborgen. Man muss nach ihnen suchen, sie anstrahlen und dann zeigen sie ihr interessantes Verhalten ...

Das Strahlen ist sehr gut! Ich glaube auch, dass manche Eigenschaften unserer Fische im Grunde auch Eigenschaften von uns sind (zum Glück nicht alle). Wir strahlen uns ja nun hier schon ein paar Wochen wieder an; fühlt sich nicht noch jemand angestrahlt, der sich bisher nicht geoutet hat? Wo sind die verborgenen Prachtguramifreunde? Hat sie unser Strahlen noch nicht erreicht? Sie sollten mal zurückstrahlen!

Peter Finke, Bielefeld


   
AntwortZitat
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
 

Die spannende Entdeckungsgeschichte der Prachtguramis (die ja wohl auch noch nicht abgeschlossen ist), wird sicherlich auch ein Thema in einem Buch sein, das nach Auskunft von Jürgen Schmidt wahrscheinlich 2006 im bede-Verlag erscheinen soll: dem ersten Buch der Aquaristikgeschichte, dass nur der Gattung Parosphromenus gewidmet sein wird. Hoffen wir, dass keinen Finanzierungsprobleme neu auftauchen.

Peter Finke, Bielefeld


   
AntwortZitat
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 1349
 

Ich weiss nicht, wie es aktuell um das geplante Paro-Buch steht. Nachdem Jürgen Schmidt, der zuständige Mann im Bede-Verlag, erkrankt ist, ist ein neuer Unsicherheitsfaktor hinzugekommen. Hoffen wir, dass das Buch doch noch erscheint!

Peter Finke, Bielefeld


   
AntwortZitat
Teilen: