Internationale Gemeinschaft für Labyrinthfische e.V.

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Die IGL Arbeitsgruppe Schlangenkopffische

Die Arbeitsgruppe Schlangenkopffische, oder wegen des Gattungsnamens AG Channa, ist eine kleinere Gruppe innerhalb der IGL, die ihre Tiere aber mit besonderer Hingabe pflegt. Die „Channaholiker“ unterstützen sich gegenseitig und ermöglichen anderen Interessierten den Zugang zu diesen faszinierenden und teils stark gefährdeten Fischen in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

Die Arbeitsgruppe Schlangenkopffische wird von Florian Krieger geleitet (E-Mail: ag-channa@igl-home.de). Florian steht als Ansprechpartner zur Verfügung und vermittelt benötigte Informationen oder stellt Kontakt zu anderen Haltern her.

Channa rubora

Channa rubora-Weibchen mit ihrem Nachwuchs. Wenn man weiß, welche Art was zum Glücklichsein benötigt, ist die Vermehrung nur die logische Konsequenz aus der tiergerechten Unterbringung. Vielfach spielt die richtige Temperatur zur richtigen Zeit eine wichtige Rolle. Ebenso können Licht oder Dunkelheit sowie viel oder keine Nahrung für die gepflegte Art eine wichtige Rolle im Jahresverlauf einnehmen. Trotz einer gewissen Uniformität in ihrer Gestalt, ist es überraschend, wie vielfältig Channa und damit deren Ansprüche sind. Für jeden erfahrenen Aquarianer ist da was dabei und die IGL steht da gerne unterstützend zur Seite.

Schlangenkopffische verstehen es zu überraschen. Nicht nur, dass sie scheinbar aus jedem Aquarium ausbrechen können. Jede Art dieser Fischgruppe hat ihre Eigenheiten im Verhalten. So umschlingen sich Channa aurantimaculata nicht nur bei den Scheinpaarungen und der echten Paarung. Auch während des Jahres können sich die Tiere mal umschlingen – selbst Tiere gleichen Geschlechts. Manchmal werfen aber auch Paare oder einzelne Fische durch ihr individuelles Verhalten Fragen auf, welche den Halter vor Rätsel stellen. Es wird also selten langweilig mit diesen Fischen und es gibt immer Geschichten, die man seinen Freunden erzählen kann – witzige, traurige und wunderschöne.

Channa aurantimaculata

Channa aurantimaculata

Channa aurantimaculata wird groß und gehört zu den subtropischen Maulbrütern. Neugierig und dem Pfleger zugewandt ist ihr Verhalten – allerdings nur im Frühjahr und Sommer. Im Herbst ziehen sie sich zurück und müssen dunkel und unter 20°C Wassertemperatur überwintert werden, da sie sich in der Natur dann in Erdlöcher zurückziehen. Noch, denn ein Staudammprojekt droht ihren Lebensraum zu zerstören und ihre Lebensweise unmöglich zu machen.

Eine Alternative zu einem der „Einsteiger-Channa“, Channa bleheri, ist Channa brunnea, welcher vor seiner Beschreibung als Channa sp. „Chocolate-Bleheri“ bekannt war. Die Art ist wie C. bleheri auch, ein subtropischer, neugieriger und kleinbleibender Offenlaicher. Ihr winziges Verbreitungsgebiet macht diese Art in der Natur fragil und obwohl sie gut für die Aquaristik geeignet ist und ihr neonorange Farbe geradezu aus dem Aquarium herausleuchtet, dürfte sie ruhig öfter in der Community zu finden sein, noch dazu, weil die Nachzucht trotz Eiablage nicht immer erfolgreich ist.

Channa brunnea

Channa puncata

Während bei vielen Channa die Wasserwerte wenig bis kaum eine Rolle spielen, gibt es neben echten Schwarzwasser- auch Hartwasserbewohner. Channa punctata gehört zu den letzteren. Wie auch Channa panaw, der dieselben Wasserwerte bevorzugt, sind es keine Farbkracher. Dafür vermögen sie ihre Färbung blitzschnell zu ändern – zwischen fast weiß bis stark gefleckt ist quasi alles möglich. Im Gegensatz zu den meisten maulbrütenden Channa, zeigen sich C. punctata, wie viele Offenlaicher, nicht so selbstbewusst und der Kannibalismus unter den Nachkommen ist stark ausgeprägt.

Nein, dies ist kein Channa limbata aus Thailand, sondern Channa rubora, welcher vor seiner Beschreibung als Channa sp. „Redfin“ betitelt wurde. Diese Art stammt aus Myanmar und die politische Situation schränkte die Verfügbarkeit dieser Art lange ein. Leider, denn die Art ist farbiger, als jede Fundortvariante von C. limbata. C. rubora sind zwar ebenfalls eher kleinbleibende Maulbrüter, doch im Gegensatz zu vielen Fundortformen von C. limbata subtropisch. Leider sind C. rubora nicht gerade die bravsten, doch gibt es in der Hinsicht wesentlich schwierigere Arten und hat sich erst ein Paar gefunden, sind sie richtig kuschelig untereinander – was Richtung Winter aber nicht so bleiben muss. Es wäre wünschenswert für diese Art, dass sich mehr Leute um sie kümmern, denn in ihrer Heimat verwüsten und vergiften die Goldsucher nach und nach die sehr begrenzten Lebensräume.

Channa rubora

BLOG der Arbeitsgruppe SCHLANGENKOPFFISCHE