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Welche Höhlen sind für Paros geeignet? The ideal Paro-Cave?


Marc S.
(@marc-s)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 16 Jahren
Beiträge: 54
Themenstarter  

Moin Moin, Hello, Bonjour,

How to make pottery Paro caves
I'am looking for creative ideas. Forms, Dimensions, how to fix them inside the tank. Please feel free to share Your ideas with us. This is not driven by commercial interests! Later on, i try to make some prototypes.

seit einigen Tagen überlege ich an Ton-Höhlen für die Paros herum. Wir, d.h. die B.A.R.S.C.H.-Gruppe (www.apistogramma.net) töpfern ziemlich viel. Das geht von Welsröhren über Zwergbuntbarschhöhlen bis hin zu Sonderanfertigungen in vielfältiger Art, z.B. Höhlen die aussehen wie ein Haufen Blätter, mehrstöckige Höhlen etc. pp. Leider sind die Bilder auf der Seite nicht besonders aktuell, das Zeug dort sieht verhältnismäßig grobschlächtig aus.

Da ich kein Freund von Filmdosen und ahnlichem bin, wollte ich jetzt im Forum mal anfragen, wie denn wohl solch eine Paro-Höhle oder ein "Überhang" am besten/schönsten/effektivsten aussehen sollte. Überlegt habe ich mir schon Verschiedenes, Aufbauten auf kleinen getöpferten Ständern, Uferüberhänge die in einer Beckenecke oder an den Glasscheiben aufzustellen sind, eventuell mit einer Art Fuss versehen, welcher in dem Bodengrund befestigt wird. Etwas eigenartiger vielleicht das Aufhängen mittels Schnur und Sauger, oder mit Hilfe eines "hineingetöpferten" Überwurfes für den Beckenrand.

Denkbar ist vieles, es sein denn die Teile werden zu groß um in einem Stück gebrannt zu werden.

Achja, wichtig, dahinter steckt kein kommerzieller Antrieb! Wenn dann irgendwann etwas brauchbares herauskommt, ok, dann werde ich die nicht verschenken, dazu ist der Aufwand zu groß, das soll ja fein, natürlich und zierlich aussehen und nicht nach "Blumenpott im Becken".Zukünftiger Wohlstand ist aber nicht der Antrieb. :)

Wir verwenden bei Töpfern Ton in sehr natürlichen Farben, ein sehr dunkles grau-braun gemischt mit helleren Farben. Die Oberflächen werden behandelt um eine, mehr oder weniger, 'natürliche' Strukturierung zu erhalten. Die fertig gebrannten Teile sind recht dünnwandig, fast filigran, halten aber eine Menge aus. Kein Vergleich mit den orangenen Bienenkörben aus dem Handel.

Ich würde mich über viele Vorschläge/Ideen freuen. Lasst uns mal heftig 'brainstormen', das kann hinterher immer noch sortiert werden. Danach geht es an die Herstellung von Prototypen. Das allerdings kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. :)

Viele Grüße
Marc

Edit: Rechtschreibfehler aus- und eingebaut 8)

"Narren marschieren, wo Engel nicht zu schleichen wagen...", Matt Ruff, G.A.S.


Zitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Dies ist ein sehr willkommenes Angebot von Marc! Viele von uns sind bisher auf solche Sachen wie Filmdosen, Plastikrohre oder käufliche Höhlen, die aber oft unschön, für Paros ungeeignet oder schlicht zu groß sind, angewiesen.

Ich habe ganz gute Erfahrungen mit den kleineren Höhlen gemacht, die Stefanie Herz im Internet anbietet
http://www.laichhoehlen-welshoehlen.de/Produkte.html
Die dort sog. "Krebshöhlen" (extra kurze Höhlen), aber auch die dort sog. "Kleinen Laichröhren" und "Kleinen Laichröhren stollenförmig" sind bei vielen Arten beliebt. Auch die verschiedenen dort genannten "Normhöhlen" haben sich bei mir bewährt, aber sie sind sehr lang und oft zu groß.

Sicher kann man vieles optimieren. Nach meiner Erfahrung sind die meisten Paros nicht sehr wählerisch, aber für einige darf die Höhle nicht zu groß sein. P. ornaticauda z.B. liebt sehr enge Höhlen (Öffnung ca. 1,4 cm), so wie L. Hermann sie benutzt; vgl. Stefanie Herz' "Extra Miniröhren"). Es gibt also nicht d i e geeignetste Universalhöhle für alle Paros. Wichtig ist aber m.E., dass an der Vorderkante oben ein kleiner Wulst ist, der verhindert, dass ein Gelege nach vorn aus der Öffnung herausrutscht, wenn das Höhlendach nicht ganz waagerecht liegen sollte. Bei Filmdosen passiert das öfters (gerade bei mir bei tweediei passiert).

Ich weiß, dass Bernd Bussler gern seine vorderen Höhlenränder schwarz einfärbt oder beklebt. Andererseits habe ich soeben phantastische Fotos von quindecim-Zuchten von Hansjürgen Dieke bekommen, die in völlig weißen Rohren brüten.

Ihr guten Parokenner: Beschreibt hier mal gute Paro-Höhlen, damit Marc solche für uns herstellen kann!

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
Peter Finke
(@peter-finke)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1349
 

Wenn man Prachtguramifotos sieht, ist häufig auch eine Höhle mitabgebildet. Viele dieser Höhlen sind für die Erfordernisse des Fotografen eher geschaffen als für die Paros. Entweder es soll alles "schön natürlich" aussehen (dann sieht man Kokosnusshöhlen (z.B. auf einigen alten Fotos von Linke) oder Aufbauten aus flachen Steinen (die alten Fotos von Richter) oder das Haupterfordernis ist die fotografische Zugänglichkeit (dann sieht man speziell getöpferte Höhlen mit relativ großer Öffnung (die meisten Fotos von Kopic) oder große weiße Tonröhren (neue Fotos von Dieke), oder noch anderes. Hallmann hat Fotos von Paros in Schneckenhäusern veröffentlicht und einen interessanten Aufsatz dazu geschrieben; allerdings kamen immer wieder auch einzelne Tiere in den immer enger werdenden Windungen um.
Dies zeigt: Viele Paroarten sind bei der Höhle nicht wählerisch. P. filamentosus hat bei mir in einer Tonhöhle von Stefanie Herz gebrütet und anschließend in einer Filmdose an der Wasseroberfläche und dann in einem Riccia-Algen-Polster, und zuletzt wieder in der Höhle. Wichtig ist: Sie brauchen einen kleinen abgeschiedenen Raum, in diesem sollte es dunkler sein als in der Umgegend, und er sollte wohl auch nicht zu groß sein, um gut verteidigt werden zu können. Er kann erstaunlich klein sein. Filmdöschen sind zwar nicht schön und auch nicht ganz ideal, aber sie geben einen guten Größeneindruck für Höhlen, die der ganzen bintan-Gruppe behagen.
Ich würde immer darauf achten (bzw. mir wünschen), dass Parohöhlen eine Öfnung haben, durch die man den aktuellen Zustand der Brut möglichst mit Taschenlampe kontrollieren kann (deshalb mag ich keine ganz geschlossenen Höhlen ("Iglu-Höhlen") mit nur einer kleinen Öffnung vorn; ich habe den Eindruck, dass die Paros sie auch nicht mögen. Aber ich kann es nicht wirklich kontrollieren). Dagegen mag ich (und mögen die meisten Paros) Höhlen, die sich unten am Boden befinden und nicht an der Oberfläche hängen (wie die leichten Filmdosen, die viele aber auch gern annehmen). Schön wären sicherlich auch Höhlen, die man mit Sauger oder anderswie irgendwo in beliebiger Höhe an einer Scheibe befestigen könnte. Allzu hellen Ton mag ich nicht und glaubte auch nicht, dass Paros ihn mögen, bis ich die Bilder von Hansjürgen Dieke gesehen habe (zu quindecim, aber vielleicht haben hier auch die einzelnen Arten (oder Populationen oder Stämme oder Individuen) unterschiedliche Geschmäcker.
Was ich wirklich eine Verbesserung gegenüber den handelsüblichen Höhlen (wenn sie denn überhaupt infrage kommen, die meisten sind viel zu groß und zu häßlich) fände, habe ich schon gesagt: Vorn bei der Öffnung an der oberen Kante einen schwachen Wulst nach unten, damit keine Eier herausrutschen, wenn die Höhlenoberfläche nicht ganz waagerecht liegt. Das gleiche könnte man auch an der unteren Kante der Höhlenöffnung machen, denn alle Paroeier sind Sinkeier alle fallen zunächst nach unten, wo sie der Reihe nach aufgelesen und an die Höhlendecke geheftet werden, wenn, ja wenn sie dann nicht vorher, ebenfalls bei nach vorn geneigter Höhle, schon langsam hinausgekullert sind. Auch gibt es im Innern beim Laichakt oft einige stürmische Bewegungen, die noch unten liegende (oder auch schon oben hängende) Eier aufwirbeln können; also allzu winzig/kurz sollte die Höhle auch nicht sein, denn jedes Ei, dass herausgewirbelt wird, ist wahrscheinlich verloren. Mindestlänge ca. 7 Zentimeter, würde ich sagen. Länger als 10 Zentimeter braucht m.E. keine Parohöhle zu sein. Dann sieht man auch nichts mehr.
Ich würde verschiedene Tonfarben nehmen, eher dunklere als helle, aber auch der übliche rote Ton scheint meinen Paros recht gut zu gefallen.
Ein Sonderfall - ich sagte es schon - ist ornaticauda, der sehr enge röhrenförmige Höhlen zu bevorzugen scheint. Wahrscheinlich tut dies auch parvulus. Aber dazu kann ich nichts sagen. ornaticauda hat bei mir sowohl in den kleinen Höhlen mit dreieckiger Öffnung gelaicht, die St. Herz anbietet, als auch in den dort oder bei Lothar Hermann erhältlichen Miniröhren.

Peter Finke, Bielefeld


AntwortZitat
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