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Frage zu Schlangenkopffischen

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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo, Pascal!
Ich habe zwar keine Ahnung von Channas, außer, daß sie gut schmecken, aber ich habe ein bißchen Ahnung von Indien und Kerala ist soo was von tropisch...
Warum geht dieser Channa aus Kerala nicht als tropischer Fisch durch?
Meine Pseudosphromenus aus Kerala kriegen jedenfalls unterhalb von 23°C Frostbeulen.
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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(@doktor73)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 41
Themenstarter  

Hallo!

Wow, hier geht's ja richtig zu Sache...

Möchte nur noch einmal an meine "Frage als Anfänger" erinnern:
Was ist für Euch ganz persönlich an Schlagenköpfen so faszinierend? Warum habt Ihr Euch für die Haltung genau dieser Fische entschieden???

Liebe Grüße vom Möhnesee,
Michael


   
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pascal antler
(@pascal-antler)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 565
 

Hi,Charly..........

Ganz einfach:

Channa spec Kerala ist nur ein Händlername!

Die Art kommt garnicht aus Kerala...............der name wurde vom Exporteur gewählt u den Fundort zu verschleiern!

Aber um erlich zu sein fällt mir der orginale FO gerade nicht ein!!!

Chk kann da aber betimmt helfen...............er hatte mir da mal etwas erzählt!

Gruss Pascal


   
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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo Charly,

den Osten von Kerala bilden die Westghats, und deren höchster Gipfel reicht an die 2,7 km hoch. Ich weiß zwar nicht, wo die Kerala-Channa herkommen, würde aber niemals behaupten, ganz Kerala hätte tropisches Klima. Die regenreichen Westghats werden eine Menge kühle Flüsse und Bäche besitzen.
Vielleicht hast Du "Gorillas im Nebel" gelesen oder den Film gesehen, dann weißt Du, wie arg kalt es nahe am Äquator sein kann, wenn nur der Berg hoch genug ist.

Gruß, Klaus


   
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Brucki
(@brucki)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 262
 

Hi Charly,

Warum geht dieser Channa aus Kerala nicht als tropischer Fisch durch?
Meine

Channa spec Kerala ist nur ein Händlername!
Die Art kommt garnicht aus Kerala...............der name wurde vom Exporteur gewählt u den Fundort zu verschleiern!

Guter Trick, und Du bist nicht der einzige der drauf reinfällt ;-)

Eigentlich ist es ein Scheißkommerzverhalten, das zum Aussterben der Art führen kann, aber da sollen sich andere drüber auslassen :evil:

LG Brucki der aufgrund dieser Angabe seine fünfstreifen damals "gekocht" hat :(

asiatica/bleheri/limbata "TH3/02"/ cf. gachua "Glaser harcourtbutleri"/lucius/orientalis "Kottawa Forrest A"/orientalis "Bentota Ganga"/stewartii "sp. himalaya"/stewartii "Aqua Global"/ stewartii "sp. ?"/ sp. "Assam" lal cheng/pulchra/sp."Redfin"/Parachanna obscura
IGL 023


   
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Domi
 Domi
(@domi)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 324
 

Hey,
ich hoffe das hier nur wenig Leute sind, die ihre Channa nur sammeln, statt sie zur Arterhaltung (für die Aquaristik) halten und vermehren.

Denn wenn wir an den erschwerten Import ab ab August 2008 denken (Import von Channa vermutlich vollständig verboten / eingeschränkt) sind es genau unsere Aquariennachzuchten, die das Channa-fieber in Deutschland aufrecht erhalten.

..und wie ich einmal sagte:
"Unser aller Bestreben sollte es sein, unsere Schlangenkopffische so zu halten, dass der Bestand in der Aquaristik durch Nachzuchten gedeckt werden kann und wir die Finger von den natürlichen Biotopen lassen können"

Wenn ich an die Mengen an (nach Dtld.)importierten Channa bleheri, aurantimaculata und lal Cheng denke, kann ich mir an zwei Fingern abzählen, das die Bestände in der Natur recht knapp werden müssen.

... und dass dann jemand dazu rät WILDFANG Tiere die man nur mit einer Winterabkühlung vermehren kann ohne diese zu halten, frage ich mich auch welches Interesse am FIsch dabei zugrunde liegt.

MfG Domi

www.channamania.de


   
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(@doktor73)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 41
Themenstarter  

Möchte nur noch einmal an meine "Frage als Anfänger" erinnern:
Was ist für Euch ganz persönlich an Schlagenköpfen so faszinierend? Warum habt Ihr Euch für die Haltung genau dieser Fische entschieden???

:???: :bounce:

Liebe Grüße vom Möhnesee,
Michael


   
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fischmichi
(@fischmichi)
Reputable Member
Beigetreten: Vor 20 Jahren
Beiträge: 382
 

Hallo,

Möchte nur noch einmal an meine "Frage als Anfänger" erinnern:
Was ist für Euch ganz persönlich an Schlagenköpfen so faszinierend? Warum habt Ihr Euch für die Haltung genau dieser Fische entschieden???

:???: :bounce:

ja, was soll mann dazu sagen. Der eine ist fasziniert von Pferden, der nächste von Katzen oder Spinnen (ich übrigens, Pferde mag ich zum Beispiel gar nicht. Schlangenkopffische aber dafür ganz doll.). Ich glaube so etwas entwickelt sich in Einem im Laufe der Zeit. Man beschäftigt sich mit mehreren Dingen, und eins ist es dann. Man ist begeistert und kniet sich dann richtig rein. Übrigens gibt es auch IGL-ler, die Schlangenkopffische fast als Fehltritt der Natur betrachten. Es wäre ja auch schlimm, wenn jeder denn gleichen Geschmack hat.

gruß Michael

fischmichi
Michael Müller

"Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern: Können sie leiden?" (Jeremy Bentham)


   
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chk
 chk
(@chk)
Noble Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 1803
 

Ciao emha,
ich bin stolz auf unseren Kumpel-Kusch-Kurs hier im Forum (Jawoll!) 8)
Streiten soll man sich in anderen Foren. Hier soll diskutiert werden (Jawoll, die II!) 8)

Ihr müsst doch Kompromisse in diesem Sinne eingehen. Die Fische sind doch oft eigentlich zu groß und zu agressiv, um sie nur annähernd "naturgerecht" zu pflegen. (Man beachte den Sinn der Worte halten und pflegen).

Wir müssen überhaupt keine Kompromisse eingehen, das kann auch woanders geschehen (Jawoll, die III)

Ich kann meine Fische auf der Hand halten, dafür sind sie nicht zu gross, und beissen tun sie mich auch nicht, wenn ich sie auf der Hand halte (also sind sie auch nicht zu aggressiv (Jawoll, die IV.)
:P

Was Paros und Channa gleich haben, ist der manchmal verrückte Lebensraum. Für viele Arten kann dieser nach"gebaut" werden (zugegebenermassen nicht für alle). Ich erachte Deine Ansicht von zu aggressiv und naturgerecht eigentlich für nicht ganz angebracht, bzw. ausserordentlich falsch.

... aber ehrlich gesagt, mir geht dieser Thread etwas auf die Nerven, ich habe immer das Gefühl wenn ich das so lese, dass das alles eine abgekartete Sache Eurer RG ist, um ein bisschen Leben in die Channa-Hütte zu bringen .... gebts doch zu!
:P

... so.

Gruss,
chk, der immer wieder auf diese Advocatus-Diaboli-Dinger reinfällt.

>===:{ } >=:]
IGL 103


   
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pascal antler
(@pascal-antler)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 22 Jahren
Beiträge: 565
 

Hi........

Schade,das der Martin nicht mehr antwortet........

Ich habe mir sooooo viel Mühe gegeben!!!

ich denke auch er will uns nur foppen.........die FUTTERFISCHPFLEGER!!!!

Hähähäh!!!!

Gruss Palle :bier:


   
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Charlyroßmann
(@charlyrossmann)
Noble Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 1828
 

Hallo Christian, hallo Palle und hallo alle anderen auch!
Ich glaube nicht, daß ihr Channaleute uns richtige Labyrinthfischpfleger braucht um Leben in die Bude zu bringen. Das könnt ihr ganz gut selber.
Aber eins müßt ihr zugeben: Wenn die Kompetenzfrage gestellt wird, reagiert ihr recht empfindlich. Ihr wißt eigentlich sehr wenig über eure Channas und das ist auch kein Wunder. Ihr seid sehr wenige und ihr könnt bei der Größe und "biographischen Langsamkeit" eurer Fische auch nicht so schnell so viel Wissen ansammeln wie es die Paroleute mit ihren viel "schnelleren" Fischen können. Es ist billig, einem Aquarianer, der einen Fisch für schwierig hält, den man selbst nachzieht wie's Brezelbacken, Inkompetenz zu unterstellen. Und es ist nicht fair, einen, der seine Fische nicht nach der "reinen Lehre" pflegt, für einen Tierquäler zuhalten.
Also, seid nicht so empfindlich! Und seid nicht so verdammt ungeduldig miteinander. Und wenn der Bernd ein persönliches Ding mit dem Christian laufen hat, dann soll er mit ihm vor die Tür gehen!
Übrigens...ich habe immer noch nicht verstanden, was an Schlangenkopffischen außer dem kulinarischen Aspekt so toll ist.
Obwohl... zumindest die Schlangenkopffischpfleger sind recht unterhaltsam. Macht weiter so!
Charly

"wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen" A. Camus
" wir müssen uns Camus als Dummschwätzer vorstellen" Sisyphos


   
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(@doktor73)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 41
Themenstarter  

Übrigens...ich habe immer noch nicht verstanden, was an Schlangenkopffischen außer dem kulinarischen Aspekt so toll ist.
Obwohl... zumindest die Schlangenkopffischpfleger sind recht unterhaltsam.

Ja, seit ich diesen Thread eröffnet habe, hat leider kaum ein Channa-Pfleger HIERZU etwas gesagt...
Also, ich bin ansonsten ein Malawi- und Regenbogenfisch-Fan, und wenn man mich fragen würde, was ich an diesen Fischen so besonders faszinierend finde, dann könnte ich das sehr wohl begründen bzw. "in Worte fassen"!!!

Also: Was fasziniert EUCH so sehr an Schlangenkopffischen? Was lässt Euch nicht mehr los daran?

Liebe Grüße vom Möhnesee,
Michael


   
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K. de Leuw
(@k-de-leuw)
Noble Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 2034
 

Hallo zusammen,

ich habe ja schon geantwortet, aber mir fällt noch mehr ein, gerade in Abgrenzung zu den genannten Fischgruppen:
Prachtguramis muss man immer suchen und direkt vor der Scheibe hängen, um sie bei irgendwas zu beobachten. Bei Channa mache ich das, ohne meinen Arsch aus dem Schreibtischsessel zu heben.

Malawis haben mich in der Schulzeit schon gelangweilt, das größte Aquarium der Schul-AG wurde damit sinnlos verplempert, und die Jungen wollte niemand haben, weil die so leicht zu vermehren waren (dagegen sind gachua echt schwierig).

Regenbogenfische sind doch die, die (bis auf Ausnahmen wie der Filigran-R.) erst sehr spät attraktiv aussehen und dann nur als Männchen, und wenn sie sich vermehren, fressen sie ihre Eier.

Gruß, Klaus

PS: Außerdem haben viele Channa was von Hunden: Charakter, Zutraulichkeit, kommen einem bei der Fütterung entgegen - aber man muss nicht Gassi gehen ;-)


   
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holger
(@holger)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 18 Jahren
Beiträge: 194
 

Hallo,

Übrigens...ich habe immer noch nicht verstanden, was an Schlangenkopffischen außer dem kulinarischen Aspekt so toll ist.
Obwohl... zumindest die Schlangenkopffischpfleger sind recht unterhaltsam.

Ja, seit ich diesen Thread eröffnet habe, hat leider kaum ein Channa-Pfleger HIERZU etwas gesagt...
Also, ich bin ansonsten ein Malawi- und Regenbogenfisch-Fan, und wenn man mich fragen würde, was ich an diesen Fischen so besonders faszinierend finde, dann könnte ich das sehr wohl begründen bzw. "in Worte fassen"!!!

Also: Was fasziniert EUCH so sehr an Schlangenkopffischen? Was lässt Euch nicht mehr los daran?

Also, wo anfangen??
Da ist erstmal der Fakt, dass Channas Charakterfische sind, ich weiß, das Wort wird überstrapaziert. M und W in ein Becken und es gibt Junge ist nicht, die wollen nicht mit jedem, eigentlich sehr sympatisch.
Die Tiere sind auf der einen Seite zwar recht tolerant den Wasserwerten gegenüber, dafür aber oft genug intolerant gegenüber Artgenossen. Beobachtung und Eingreifen im richtigen Moment ist wichtiger als Tröpfchentest.
Die Vielfalt der Tiere ist faszinierend. Größe, Farben, Verhalten sind so unterschiedlich - und jede Art hat unterschiedliche Bedürfnisse. Die einen fressen dir aus der Hand, die anderen ziehen sich erstmal zurück, wenn du zum Füttern die Abdeckung öffnest. Und dies hat absolut nichts mit Größe zu tun. Und viele wissen auch, ob die Pappnase vorm Becken machmal Futter reinwirft oder ob sie futterloser Besucher ist.
Das Sozialverhalten: Hiebe und Liebe. Die Paarfindung, Balz, Scheinpaarungen, Paarungen und die unterschiedliche Kinderstube - das ist Stoff für eine Doku-Soap, welche das gesamte Vorabend-TV-Programm in den Schatten stellt.
Und anders als beim Diskus kann man sich auch keinen Channa farblich passend zum Fernsehsessel besorgen. Da müssen andere Parameter stimmen.
Die Zähigkeit der Tiere ist unglaublich. Bei mir hat mal ein Channa cf. barca durch den Biss eines Artgenossens das hintere Körperdrittel verloren, dies überlebt, die Wunde wuchs zu und er lebte noch ein Jahr!!! Aber dann gibt es auch wieder die Sensibelchen...
Und vom Ästhetischen her sind sie auch unschlagbar. Diese Schnittigkeit und Kraft. Und das Farbenspiel überhaupt, egal ob in bunt oder schwarz-weiß, die Tiere sehen immer anders aus, abhängig von Stimmung und Situation.
Es sind halt die Katzen unter den Fischen, schön, elegant und vor allem eigenwillig. Denn sie entscheiden, ob es ihnen bei dir gefällt. Und du musst immer auf der Hut sein.

Aber das jemandem zu erklären, der nicht infiziert ist, ist wie mit nem Blinden über Farben zu reden, da prallen Welten aufeinander. Ist mir aber egal, auch wenn mich niemand versteht, wenn ich meine Tiere anschaue, dann :jump:
Ach ja, man muss immer mindestens ein Ausweichbecken haben.

Reicht dies fürs Erste? Auf Wunsch gerne mehr.

Grüße, Holger


   
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 emha
(@emha)
Honorable Member
Beigetreten: Vor 19 Jahren
Beiträge: 693
 

So nun will ich doch noch was sagen:

Zu Palle und Christian:

Das mit dem foppen bzw. mal sticheln stimmt schon. Es reizt halt. Keineswegs gehe ich mit "moralischen" Vorstellungen da ran, will recht haben oder jemand ärgern (nur ein ganz kleines bisschen) . Dennoch macht es auch Spaß Finger in die Wunde zu legen.
Warum?
Kommt euch nicht auch absonderlich vor, wenn jemand sich täglich mit der Lupe oder Taschenlampe auf die Lauer legt, um mal einen "Paro" oder "-Minibetta" in Farbe bzw. in-action zu sehen. Das kann doch nicht normal sein! Oder? Genauso empfinde ich die Nummer mit euren "Haustierfischen" absonderlich. Oder das was die Kampffisch (Hasenzüchter) -Zuchtformenleute machen. Wir sind uns aber sicher einig, dass das alles besser ist, als der "mainstream" in der Aquaristik. Jeder hat also unterschiedliche Schwerpunkte. "Mainstreamer", Sammler, Züchter, alle sind gezwungenermaßen Naturkonsumenten. Wobei man nicht jeden Sch... mitmachen muss (der Handel verkauft offenbar alles, was er loswird, insofern liegt es an den Konsumenten). Notwendig ist entweder Ignoranz, Toleranz oder der Wille sich in etwas hereinzuversetzen.

In diesem Sinne habe ich gewartet, bis endlich mal mehrere dem doktor73 mal sagen, warum man die Channnas denn so liebt. (Seine Fragen sind eindeutig und irgendwie scheut man sich doch darauf klar zu antworten.)

Wie schon (auch nochmal von Charly) gesagt, fühlt euch nicht persönlich, sondern nur ein bisschen fachlich angegriffen. Mich interessiert etwas an Euren Hobby und gleichzeitig finde ich gewisse Dinge (das mit der Größe, der Dressur, der Aggressivität) zumindest zweifelhaft. Vielleicht könnte mal auch jemand anerkennen, dass da eine Schwierigkeit liegt.

Um die Zweifel im Ursprung klarer zu machen versuche ich mal eine hierarchische Aussagenkette zu meiner Sicht der (speziellen) Aquaristik zu formulieren. Dabei kommt ein Spielverderber zu Wort und seine Sätze sind überspitzt und sollen polarisieren:

1. Der Mensch nutzt alles, was nutzen kann aus. Er sammelt bevorzugt was grell, laut und bunt ist (das ist Pop! schon Kinder machen das aus Reflex und Neugierde. Dies ist die Grundlage von Entwicklung und Wissenschaft).

2. Darunter sammeln manche auch Lebewesen zum Beobachten, Spielen und "Züchten" (das ist creativ, macht Erfolgsgefühl und soziale Anerkennung), Erziehen und Dressieren. Mache identifizieren sich mit den Viechern.

3. Notwendig (in der Außenbetrachtung) sind solche Hobbys nicht und gut ist es insbesondere für die Haus- Zier- und Nutztiere meist nicht. Auch Aquarienfischen würde es besser gehen, wenn sie uns Menschen nie getroffen hätten (Erzählt mir nix von Roten Neon und Fischen, die in Gefangenschaft älter als in der Natur werden, ich kanns nicht mehr hören, weil es konstruiert ist).

4. Obwohl wir wissen, dass es ethisch zweifelhaft ist, tun wir es und wollen weiter die Objekte unseres Interesses bekommen/ behalten/ verbreiten. Weil es Freude macht.... etc., siehe 1.

5. Damit wir nicht so dumm dastehen, suchen wir Argumente für unser (ggf. unbewusstes, da genetisch bedingtes) Verhalten (waren unsere Vorfahren Farmer?). Die sind häufig bei gnadenloser Betrachtung von außen fadenscheinig. Daher wollen auch einige Naturschützer den Fischimport rigeros abstellen oder beschneiden. Wäre ich nicht einer von uns Infizierten, hätte ich Verständnis dafür.

6. Was unterscheidet uns von Nichtinfizierten, außer das Fehlen der Außenbetrachtung, sprich der hobbyspezifischen Brille ? Meiner Meinung nach das Interesse und die emotionale Bindung (Geschichte, Erlebnisse, Erfolge, erlebte Freude...) an und zu genau diesen Lebewesen. Wie das zustande kommt ist Zufall und damit auch weitgehend austauschbar. Wie Michael Müller schon sinngemäß meinte: Warum die Wahl auf diese Fische fällt, lässt sich nicht so einfach erklären (und hängt oft nicht an den Tieren direkt). Christian, vielleicht wärst du ein phänomenaler Hasenzüchter. Und ich ein prima Briefmarkensammler oder Erbsenzähler.

7. Komischerweise erkennt man bei anderen Intessensgruppen oder Hobbys die Abwegigkeit, Spießigkeit oder Komik besser (was es nicht alles an abwegigen bis perversen Hobbys gibt). Beim eigenen Hobby ist man aber großzügiger bis betriebsblind.

8. Akzeptiert man diese vorherigen selbstkritischen Betrachtungen, so kommt man dahinter, dass man in der Beurteilung des eigenes Verhaltens großzügiger ist, als bei anderen, fremden Interessen. Es wird dann zwangsläufig gefühlt moralisch. Mit Moral scheitert man aber, die lässt m. E. kein Hobby zulasten von Tieren zu. Tatsächlich hilft einem selbst echte, ehrlich gefühlte Toleranz im Sinne des Wortes. Die fehlt oft (mir auch, ich gebe es zu).

9. Zurück zu Futterfischen und Hausfischen: Man sollte so einen Quatsch grundsätzlich lassen und sich um wichtige Dinge kümmern. Was bleibt einem aber übrig, wenn man doch so viel Freude an dem Hobby hat, dass man die Bedeutung im eigenen Leben nicht missen möchte?

10. (Meine persönliche Erkenntnis:) Man muss es machen!
Das bedingt, dass man a) Unter der eigenen Inkonsequenz ein bisschen leidet b) verdrängt oder c) für die eigene Entscheidung (für dieses Hobby) Argumente sucht. Manche können auch alles oder kommen ohne alles aus.

Und genau die Argumente wollte ich hören. Vielleicht hat jemand bessere als wir Futterfischzüchter.

Mittlerweile habe ich schon erkannt, das es (fast) die gleichen sind wie bei den Paro- oder Bettapflegern. Ist ja auch nicht verwunderlich. Insofern nun das Friedensangebot:

Wir machen mit allen Licht- und Schattenseiten in Summe das Gleiche. Eure Fische sind nur riesig groß, aggressiv und passen nicht in ein normales Aquarium.

Kein Rückschlag mehr. Es ist nur mein komischer Humor.

Grüße, Martin


   
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